17. Februar 2021
Wentorf

Vorentwurf fürs Leuchtturmprojekt

Das Architektenbüro bbp entwirft Wentorfs Feuerwehrgerätehaus

So sieht der Vorentwurf des Architektenbüros bbp für Wentorfs neues Feuerwehrgerätehaus aus Foto: bbp

So sieht der Vorentwurf des Architektenbüros bbp für Wentorfs neues Feuerwehrgerätehaus aus Foto: bbp

WENTORF Ein spannendes Projekt nimmt in Wentorf Gestalt an – wenn auch zunächst nur auf dem Papier. Vertreter des Architektenbüros bbp aus Kiel stellten im Lenkungsausschuss den ersten Entwurf für das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr am Wohltorfer Weg/Ecke Fritz-Specht-Weg vor, das in nachhaltiger Holzbauweise errichtet werden soll.

„Das Ziel ist, sich möglichst schnell auf ein Raumprogramm zu einigen, damit wir eine Planungsgrundlage haben“, sagte der Ausschussvorsitzende Dr. Marco Schmitz (CDU).
Zu den Projekten des Büros zählen unter anderem der Hubschrauberlandeplatz für die Bundespolizei in München Oberschleißheim, die Feuerwache in Preetz, eine Feuer- und Rettungswache in Hannover und die Feuerwache Karpfenteich Schleswig. „Wir haben uns im Vorwege mit der Feuerwehr unter anderem bezüglich funktionaler Abläufe kurzgeschlossen“, erklärte Architekt Björn Bergfeld. Er erläuterte den Vorentwurf seines Büros, der zur weiteren Planung dienen soll.

Längs zum Kinderzentrum

Der Plan sieht vor, das neue Feuerwehrgerätehaus in Längsrichtung zum Kinderzentrum auf dem Grundstück der ehemaligen Hauptschule zu errichten. Die Kameraden würden das Gebäude im Einsatzfall mit ihren Privat-Pkw über die Fritz-Specht-Straße anfahren, von wo sie direkt in die Umkleiden kommen. Die Ausfahrt aus der Halle führt entlang der Grenze zum Kinderzentrum auf den Wohltorfer Weg. Das ist nicht unumstritten, denn die Zuwegung zur Grundschule liegt genau daneben. Dies sei „ein heikler Knotenpunkt“, sagt Simone Lummitsch, Fraktion Zukunft Wentorf. Denn auch die Bushaltestelle ist gleich nebenan. „Wir sind mit dem HVV schon in Kontakt, die Haltestelle könnte verlegt werden auf die Höhe der Grundschule mit Standzeiten auf der Straße. Die Busbucht ist nicht zwingend erforderlich“, erläutert dazu Ordnungsamtsleiter Sascha Kröger.

Die Feuerwehr würde es bevorzugen, wenn der Hofvorplatz nicht zur Schule, sondern direkt zum Wohltorfer Weg ausgerichtet wäre, wie Wehrführer Nico Hintz mit Blick auf die geplante Ausfahrt sagte, die aufgrund eines Walls und mehrerer Bäume unübersichtlich sei. „Im Rahmen des Grundstücks ist das der optimale Platz“, ist jedoch Architekt Björn Bergfeld nicht zuletzt bezüglich kurzer Wege von seiner Vorentwurfsplanung überzeugt.

Ausrückesituation

Die Ausrückesituation sei jetzt ähnlich. Derzeit fahren die Fahrzeuge vom Fritz-Specht-Weg in die Tempo-30-Zone im Wohltorfer Weg. Für Bürgermeister Dirk Petersen spricht gegen die Quer-Variante die Tatsache, dass dann keine Erweiterungsmöglichkeit mehr gegeben wäre. Im benachbarten Reinbek ist die neue Feuerwache übrigens in unmittelbarer Nachbarschaft mehrerer Schulen am Mühlenredder geplant.
Torsten Gundlach, Fraktion Zukunft Wentorf, verweist darauf, dass es nicht um eine rund um die Uhr besetzte Feuerwache, sondern um ein Gerätehaus geht. „In der Woche vormittags sind die Kameraden meistens nicht da. Eine Störung des Schulbetriebs oder Kindergartens ist aus meiner Sicht nicht gegeben“, so der Wentorfer, seit 39 Jahren bei der Berufsfeuerwehr in Hamburg.

Fahrzeughalle und Lager sind im östlichen Bereich des Grundstücks geplant, der zweigeschossige Bereich daneben bietet unter anderem Platz für Technik, Büros, Versammlungsraum und Umkleiden. Der Vorentwurf dient als Diskussionsgrundlage für die Fraktionen. Die Architekten werden gemeinsam mit Fachplanern ein Planungsteam für das vom Bund mit 4,5 Millionen Euro geförderte 9,3 Millionen Euro teure Projekt bilden.

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