17. April 2021
Rosengarten

Museum baut Nachkriegssiedlung

Kiekeberg: Exponate aus den 50ern und 60ern gesucht

Zofia Durda, Projektleiterin der „Königsberger Straße“, vor der bereits fertiggestellten 50er-Jahre-Tankstelle Foto: FLMK

Zofia Durda, Projektleiterin der „Königsberger Straße“, vor der bereits fertiggestellten 50er-Jahre-Tankstelle Foto: FLMK

ROSENGARTEN Eine ungewöhnliche Suche für ein ungewöhnliches Projekt: Das Freilichtmuseum am Kiekeberg sucht Straßenmobiliar aus den 1950ern und 1960ern. Strommasten, Straßenlampen und Bänke, Litfaßsäule und Blumenkübel werden zukünftig in der „Königsberger Straße“ stehen – und damit den Straßenzug vervollständigen. Entlang des Wegs baut das Museum nach und nach fünf Gebäude aus der Nachkriegszeit auf, die 1950er-Jahre-Tankstelle und das Siedlungsdoppelhaus stehen Besuchern bereits offen.

Der Aufruf wendet sich an Privatpersonen und Kommunen: Wer die passenden Objekte in der eigenen Sammlung hat oder einen Ansprechpartner kennt, wendet sich an Zofia Durda, Projektleiterin der „Königsberger Straße“, unter Tel. 040/790176-52 oder durda@kiekeberg-museum.de.

Straßen mit Lampen, Blumenkübeln und Sitzbänken – spätestens in den 1960er Jahren war diese Ausstattung auch auf den Dörfern üblich. Deswegen braucht auch die „Königsberger Straße“ Strommasten, Straßenlampen oder eine Litfaßsäule aus Beton. Projektleiterin Zofia Durda erklärt: „Wir möchten unsere Straße so authentisch wie möglich aufbauen. Dafür suchen wir historische Objekte, die früher in den Dörfern und Kleinstädten gestanden haben. Unser Projekt ist bundesweit einmalig – unsere Objektsuche ist es auch.“

Es fragt sich: Gibt es Menschen, die einen Holzmast oder eine 1960er-Jahre-Bank bei sich zu Hause lagern? Zofia Durda schmunzelt: „Im Freilichtmuseum werden uns immer wieder kuriose und besondere Objekte angeboten. Menschen haben sehr verschiedene Sammelleidenschaften. Wir möchten auch Bürgerinnen und Bürger in anderen Gemeinden ansprechen: Vielleicht gibt es bei ihnen noch einen ungenutzten Blumenkübel, lagert eine alte Bank auf dem Bauhof, werden gerade Laternen ausgetauscht?“ Auch Mitarbeiter in Kommunen haben einen Blick auf ihre Altbestände. Im besten Fall erhält das alte Straßenmobiliar eine zweite Nutzung im Museum – und dort auf Dauer.

Fertigstellung für das Jahr 2023 geplant

Mit dem Großprojekt „Königsberger Straße“ errichtet das Freilichtmuseum am Kiekeberg bis 2023 eine Baugruppe mit Gebäuden, die typisch für das Leben in der Nachkriegszeit sind und bis heute das Erscheinungsbild von Dörfern in ganz Deutschland prägen. Es besitzt bundesweite Bedeutung: Erstmals wird die Kulturgeschichte der Nachkriegszeit bis 1979 in der ländlichen Region erforscht und durch den Aufbau von Häusern und einer umfassenden Ausstellung gezeigt. Diese bundesweite Ausstrahlung verdeutlicht auch die Förderung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien in Höhe von 3,84 Millionen Euro.

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