3. April 2021
Ohlsdorf

Umbau kostet 80 Millionen Euro

Ohlsdorf 2050 Neues Konzept für den Friedhof

Grab

Auf dem Ohlsdorfer Friedhof finden sich viele besondere Grabmale Foto: Hertel

OHLSDORF Die Umgestaltung des Ohlsdorfer Friedhofs wird rund 80 Millionen Euro kosten. Das hat der Hamburger Senat der Bürgerschaft mitgeteilt. Das Konzept namens „Ohlsdorf 2050“ soll den größten Parkfriedhof der Welt in den nächsten Jahrzehnten an die veränderte Bestattungskultur anpassen. Es gibt immer weniger konventionelle Sargbestattungen, dafür mehr Urnenbeisetzungen.

Deshalb wird von den 389 Hektar der Anlage eine immer kleinere Fläche für Bestattungen benötigt. Dafür soll die reine Parkfläche von derzeit rund 200 Hektar auf 237 Hektar vergrößert werden. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) hat mehrfach betont, dass die Anlage in ihrer jetzigen Größe erhalten bleibt und keinesfalls an die Bebauung freier Flächen gedacht sei. Aber es wird umgestaltet: Künftig sind nur noch drei Bereiche des Friedhofes für Bestattungen vorgesehen, und zwar bei Kapelle 10, rund um den Eingangsbereich am S-Bahnhof Ohlsdorf sowie im östlichen Teil Richtung Bramfeld. Die Kapellen eins, drei und sechs sind bereits aus dem Betrieb genommen worden und können – nach entsprechenden Umbauten – anderweitig genutzt werden, beispielsweise als Kita.

Im Entwicklungsplan wird zwischen Friedhof und Friedhofspark unterschieden, und zwar jeweils mit intensiver und extensiver Nutzung. Der Funktion intensive Nutzung des Friedhofsparks werden beispielsweise „Mitmachräume“, Aufenthaltsbereiche, Gebrauchsrasenflächen, repräsentative Grün- und Schmuckanlagen, Sonderflächen, Ehren- und Sonderanlagen, Straßen und Hauptwege zugeordnet, in den extensiven Bereichen sollen beispielsweise großzügige, landschaftsbezogene Räume in Form von Obstwiesen, Wiesen, Feuchtfluren, Parkhainen, Parkwäldern und Naturarealen entwickelt werden. Auch die Wasserversorgung und Entwässerung des Friedhofs sollen neu geregelt, mehr Regenwasser aufgefangen und als Brauchwasser verwendet werden. Im Einzelnen sollen rund 30 Millionen Euro in den Landschaftsbau, 37 Mio. in die Sanierung der Straßen und 14 Mio. in die Siel-Sanierung fließen. Bei der Finanzierung der Umgestaltung hofft die Stadt nach Mitteilung des Bramfelder Bürgerschaftsabgeordneten Sandro Kappe (CDU) auch auf Bundesmittel.

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