30. Juli 2022
Schnelsen

Wetter behindert Amphibienwanderung

Fangzäune und Nabu-Aktive retten Tiere vor dem Tod

Fleißig waren die Nabu-Ehrenamtlichen, die im Frühjahr in Schnelsen und Niendorf Zäune und Fangeimer aufstellten Foto: bk

NIENDORF/SCHNELSEN Eine durchwachsene Amphibien-Bilanz nach einem wetterbedingt schwierigen Frühjahr hat der Natur-schutzbund Deutschland (Nabu) gezogen.

Die Ehrenamtlichen aus der Nabu-Bezirksgruppe trugen insgesamt 3116 Tiere in Fangeimern über die Straßen am Niendorfer Gehege und im Schnelsener Norden. Während sich die Fundzahlen beim Gehege leicht verbesserten, blieben sie in Schnelsen auf konstant niedrigem Niveau – eine Folge mehrerer trockener Jahre hintereinander.

Für die Ehrenamtlichen und besonders auch für die Kröten, Frösche und Molche verlief die Saison mit einem ständigen Wetter-auf-und-ab schwierig. Warme und regennasse Tage und Nächte gab es schon im Februar, bevor der Nabu die Fangzäune entlang der Straßen Anfang März aufgestellt hatte.
Dann schien wochenlang die Sonne und nachts gab es Frost. „Die Amphibien konnten einfach nicht mehr laufen“, erklärt Dieter Siebeneicher von der Nabu-Bezirksgruppe: „und erst Mitte März schaffte es die Sonne, den Boden so weit zu erwärmen, dass Amphibien in den frühen Abendstunden loslaufen konnten.“

Die Trockenheit verhinderte jedoch einen Massenstart an Kröten und Fröschen und es gab nur einen zögerlichen Run. Die Abkühlungen nachts zwangen die Tiere zu weiterer Pause bis gegen Ende März die Tiere trotz Trockenheit bei ersten wärmeren Abend-temperaturen noch einmal durchstarteten. Anfang April war dann die Amphibienwanderung im Niendorfer Gehege weitgehend beendet, während in Schnelsen Mitte April vor Ostern noch einmal ein Run und Endspurt der Kröten einsetzte.

Ohne die Fangzäune und -eimer und die Transportaktion der Nabu-Leute würden viele Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichgewässern, wo die Eier abgelegt werden, den Straßentod sterben. Ein besonderer Dank von Dieter Siebeneicher und der Nabu-Bezirksgruppe geht diesmal auch an vier Schulklassen, die fleißig bei den Eimerkontrollen mithalfen sowie an die Forstmitarbeiter im Gehege, die die Transporte des Zaunmaterials übernahmen.

Info: Gruppentreffen immer am 1. Mi. des Monats, Kontaktaufnahme für Interessierte: eimsbuettel@nabu-hamburg.de

Erdkröten machen im Hamburger Nordwesten den größten Teil des Amphibienbestandes aus Foto: Nabu/Eric Neuling

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