17. Dezember 2022
Schnelsen

S21: Ausbau startet am 16. Januar

Trotz sammelklage halten Länder am Zeitplan fest

Noch fährt die AKN-Linie A1 durch Schnelsen (hier Bahnübergang Brummerskamp/ Eidelstedter Brook) Foto: nw

SCHNELSEN Ab dem 14. Dezember 2025 sollen die ersten S-Bahn-Züge bis nach Kaltenkirchen durchfahren.

Im März 2022 gab es auch in Schleswig-Holstein endlich grünes Licht für den Ausbau der AKN-Line A1 zur S-Bahnlinie 21 von Hamburg-Hauptbahnhof bis nach Kaltenkirchen. Allerdings konnten bis Ende Mai Rechtsmittel eingelegt werden. Unabhängig sollten aber schon in diesem Sommer in Hamburg und Schleswig-Holstein bauvorbereitende Maßnahmen, wie zum Beispiel Rodungen, erfolgen.
Wenige Wochen vor dem Jahreswechsel fragte die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Silke Seif aus Schnelsen beim Senat erneut den Stand per Schriftlicher Kleiner Senatsabfrage „Ausbau der S21 Richtung Kaltenkirchen: Wie lautet der aktuelle Planungs- und Umsetzungsstand in Hamburg und Schleswig-Holstein und wann starten die Baumaßnahmen?“ ab.

Start am 16. Januar

Trotz einer Sammelklage von 24 Klägern im Nachbarland plant der Senat, am 16. Januar 2023 mit dem Ausbau zu starten. Am 14. Dezember 2025 soll dann die ausgebaute S21-Linie in Betrieb gehen.
„Nach über zehn Jahren Planungen und Versprechungen gibt es für die Schnelsener und Tausenden von Pendlern in Sachen ÖPNV endlich Licht am Ende Tunnels“, sagt Seif. Die seit Jahren von vielen Schnelsenern geforderte neue Haltestelle Schnelsen-Süd (zwischen Fußweg-Bahnübergang Brummerskamp/Eidelstedter Brook und dem Bahnübergang Halstenbeker Straße) soll laut Senatsantwort ab dem 1. Quartal 2024 gebaut werden. Der Senat will die Einschränkungen für Anwohner und Verkehr während der Bauzeit „weitestgehend“ reduzieren.

Anders sieht es mit dem gesamten Ausbau aus. Die fast 34 kilometerlange Ausbaustrecke ist in vier Bauabschnitte unterteilt, diese müssen jeweils gesperrt werden. In den vier Bauphasen muss der jeweilige Bauabschnitt gesperrt und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. „Ersatz-Busse statt AKN, da müssen sich die Pendler über viele Monate auf Behinderungen einstellen“, so Seif, da nach aktueller Planung etwa „der 10-Minuten-Takt zwischen Quickborn und Eidelstedt in der Hauptverkehrszeit“ entfällt. Für den Ersatzverkehr soll laut Senat sonst „grundsätzlich“ derselbe Fahrplan wie bislang gelten.

Mehr Autoverkehr

Laut Senat sollten andere Verkehrsgruppen wie der motorisierte Verkehr, Fußgänger und Radfahrer nicht beeinträchtig werden. „Es ist aber wahrscheinlich, dass eine nicht unerhebliche Zahl an Pendlern das Auto statt Ersatz-Bus nutzen werden. Damit nimmt der Straßenverkehr wieder zu“, befürchtet Seif.

Weiterhin hält der Senat an seiner Zusage aus älteren Anfragen fest, dass die künftige S21-Taktung sich „nicht auf die Dauer und den Rhythmus der Schließzeiten der Bahnschranken auswirken“ wird. Das sei mit Blick auf die Bahnübergänge am Albertinen-Krankenhaus und im Gewerbegebiet Flagentwiet, wo der Verkehr durch die neuen Standorte von DHL und Recyclinghof zunehmen wird (das Wochenblatt berichtete), eine wichtiges Senatsversprechen, so Seif.

An der Höhe von rund 120 Mio. Euro Gesamtkosten hält der Senat ebenfalls weiter fest. Hamburg werde sich mit 24,74 Mio. Euro aus Landesmitteln beteiligen. Beide Bundesländer haben im August in Berlin Bundesfinanzhilfen in Höhe von 90,6 Mio. Euro beantragt.

Die CDU-Bürgerschaftsabge-ordnete Silke Seif aus Schnelsen hofft, dass am 16. Januar 2023 tatsächlich mit dem Aus-bau der S21 Richtung Kaltenkirchen begonnen wird Foto: nw

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