17. September 2022
Schnelsen

Öffentliche Toiletten am Spielplatz

Mit dem Piratenenhaus für die Allgemeinheit ein Zeichen setzen

Toiletten, auch barrierefreie, ein Wickelplatz, vielleicht ein kleiner Kiosk: Das Modell vom Piratenhaus zeigt, wie es aussehen könnte Foto: cc

SCHNELSEN Es gibt Menschen, denen ihr Stadtteil so viel bedeutet, dass sie sich überdurchschnittlich viel für ihn engagieren. Einer von ihnen ist Frank Friedrich.

Der 66-Jährige wohnt seit 1974 in Schnelsen, seit 1995 in der Wohnanlage der Schiffszimmerer-Genossenschaft. Wenn er nicht beim Nachbarn den Zaun streicht, jemandem beim Ausbau seines Bauwagens hilft oder sich sonst mit seinen Kenntnissen als Tischler nützlich macht, dann entwickelt er Ideen, wie es in seiner Umgebung besser werden könnte. Wenn er selbst nicht weiter weiß, fragt er Freunde, Bekannte oder auch Nachbar/-innen. Zum einen danach, was sie von seiner Idee halten, zum anderen, wie sie mit geringem Aufwand und wenig Kosten realisierbar sein könnte. Dass er sich beim RISE-Prozess beteiligt, war für ihn gar keine Frage.

Eins seiner aktuellen Projekte ist der Bau eines Piratenhauses neben dem Spielplatz („Piratenspielplatz“) am Von-Hersloh-Weg in Schnelsen. „Vor drei Jahren hatte ich die Idee, dass hier dringend ein neues Gebäude benötigt würde“, so Friedrich, „vor allem wegen der fehlenden Toiletten.“ Mit seinen fünf Kindern war er selbst regelmäßig auf dem Spielplatz und konnte schon damals beobachten, dass Kinder, Eltern und Erzieher aus den Kindergärten nicht wussten, wohin mit den Kindern, wenn sie mal zur Toilette mussten. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung im RISE-Prozess in Schnelsen, hat er ein Modell gebaut. „So kann man sich vorstellen, wie es aussehen könnte“, so Friedrich.

„Da der Spielplatz bei schönem Wetter auch von vielen Familien besucht wird, die von weiter herkommen, ist klar, dass hier etwas passieren muss.“ Auch über eine mögliche Finanzierung haben sich der 66-Jährige und seine Mitstreiter/-innen schon Gedanken gemacht: „Vielleicht könnten RISE-Fördermittel oder auch Gelder vom Verfügungsfond zum Gelingen des Projektes beitragen. Oder wir finden einen Träger, wie zum Beispiel Michael Otto, der ja im Riekbornweg mit seinem Versandhandel angefangen hat.“
Für die Nutzung hat Anwohner Friedrich auch schon viele Ideen: „Die Nachbarschaftsgemeinschaft ist hier richtig gut: sie könnten den Raum für kleine Veranstaltungen nutzen.

Oder die Kirche gebraucht den Raum für ihre Stuhlgymnastik, für junge Leute könnte so etwas wie eine Disco toll sein …“. An Ideen fehlt es dem Schnelsener nicht. Auf dem Schnelsenfest am Sonntag, 25. September, will er weitere Infos verteilen und er steht dort gern für einen weiteren Austausch zur Verfügung.

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