31. Juli 2021
Schnelsen

Nicht schnacken, sondern anpacken!

Schnelsenerin schickt Hilfsgüter ins Flutgebiet

Gabriele Kausche, Marc-Oliver Hertling, Patrick Popko und Hans Lüders (v. r.) packten tatkräftig mit an Foto: Silke Jahn

SCHNELSEN Gabriele Kausche ist eine taffe Frau, die nicht lange schnackt, sondern anpackt. Als sie von der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands erfährt, startet sie einen Spendenaufruf und schickt binnen weniger Tage einen 7,5-Tonner mit dringend benötigten Dingen in den ganz besonders betroffenen Kreis Ahrweiler.

„Es kann sich keiner vorstellen, wie schlimm die Lage dort unten ist.“ Gabriele Kausche ist entsetzt, nachdem sie mit einer Betroffenen vor Ort telefoniert hat: „Es mangelt an allem. Nahrung, Kleidung, Hygieneartikel. Viele haben alles, wirklich alles verloren, und es gibt vielerorts nicht einmal sauberes Trinkwasser!“

Mehr als 175 Tote und viele Vermisste, eingestürzte Häuser, zerstörte Infrastruktur … In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben Unwetter Mitte Juli eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Riesige Trümmerhaufen und Schlammberge versperren die Wege, Straßen sind unterspült und nicht nutzbar, Trinkwasser- und Stromversorgung sind vielerorts zusammengebrochen. Die hygienischen Bedingungen vor Ort sind katastrophal.

„Mir war sofort klar: Da muss man helfen“, denkt sich Gabriele Kausche. Sie betreibt ein Reisebüro im Eidelstedter Brook in Schnelsen und kennt ihre Kunden natürlich alle persönlich. „Viele wollen ebenfalls helfen“, ist sie sich sicher und bringt eine private Hilfsaktion ins Rollen. Marc-Oliver Hertling von der Spedition Hertling lässt sich von ihrer Begeisterung mitreißen: Lkw, Fahrer und Lagerräume für die Spenden sagt er spontan zu, NDR-Radio kommt mit ins Boot und sendet spontan einen Spendenaufruf.

Am Samstagvormittag rollen Autos und Kleintransporter im Minutentakt auf das Gelände der Spedition in Halstenbek und bringen dringend Benötigtes für die Katastrophenregion: Kleidung, haltbare Nahrungsmittel, aber auch Katzen- und Hundefutter. „Natürlich war auch das eine oder andere Unsinnige dabei. Schlittschuhe und Schwimmflossen haben wir aussortiert“, lacht Kausche, wird aber sofort wieder ernst: „Elf Paletten voll Hilfsgüter haben wir bereits. Der restliche Platz auf dem Lkw wird mit Wasserflaschen aufgefüllt.“

Täglich wartet sie auf den Anruf, dass der Lkw losfahren und die Spenden in den Kreis Ahrweiler bringen kann. „Aber die Lage dort ist noch immer so schlimm, der Lkw würde zurzeit gar nicht durchkommen.“

Wer den Betroffenen vor Ort helfen möchte: Der Verein „Aktion Deutschland Hilft“ ist auch ein Bündnis deutscher Hilfsorganisationen, die bereits mit
Tausenden von Helfern vor Ort im Dauereinsatz sind.

www.aktion-deutschland-hilft.de, IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30, Bank für Sozialwirtschaft, Spenden-Stichwort: Hochwasser Deutschland

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