30. April 2022
Schnelsen

„Hier fühle ich mich sicher“

Schnelsener Zahnarztpraxis beschäftigt ukrainische Zahnärzte

Das Zahnarztpraxisteam von Dr. Bublitz hat sich vergrößert: Maria Bublitz (Mitte) freut sich über ihre neuen Mitarbeiter Imad Kamar und Rana Al-Shaikh aus der UkraineFoto: kh

SCHNELSEN Über 17.000 Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine Schutz suchen, leben derzeit in Hamburg. Einige von ihnen haben hier bereits einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Rana Al-Shaikh und Imad Kamar gehören dazu. Seit gut einem Monat sind sie in der Schnelsener Zahnarztpraxis Dr. Bublitz & Partner beschäftigt.

„Hier fühle ich mich sicher und es herrscht Frieden“, hebt die 42-jährige Rana Al-Shaikh die für sie aktuell wichtigsten Argumente hervor. Sie freut sich zudem, dass sie sowohl vom Praxisteam als auch von den Patienten sehr herzlich aufgenommen worden sei. Genau wie ihr neuer Kollege, der 31 Jahre alte Imad Kamar, ist sie mit Kriegsbeginn aus ihrer Heimat geflüchtet. Beide hatten hier einen festen Job, Al-Shaikh als Zahnärztin, Kamar als Kieferorthopäde.

„Wir wollten jetzt in Deutschland nicht untätig sein, sondern schnell wieder arbeiten“, meinen die beiden einstimmig. Auf einem Online-Portal haben sie daher ihre Stellengesuche eingegeben und wurden dort schnell von Maria Bublitz entdeckt. „Wir hatten auf der einen Seite das Bedürfnis, den geflüchteten Menschen zu helfen“, berichtet die Zahnärztin der Familienpraxis: „Auf der anderen Seite haben wir auch qualifizierte Mitarbeiter gesucht.“ Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: Von der Bewerbung bis zum ersten Arbeitstag vergingen dann auch nur einige Tage. Aufgrund bürokratischer Hürden dürfen die beiden Ukrainer jedoch noch nicht als Zahnärzte arbeiten, sondern sind hier zunächst für die professionelle Zahnreinigung zuständig.

Sprachliche Barrieren kein Hindernis

Und diese Arbeit läuft trotz sprachlicher Barrieren – Rana Al-Shaikh spricht nur Englisch, Imad Kamar etwas Deutsch – sehr gut. „Für unsere Patienten ist das überhaupt kein Problem, die Verständigung klappt trotzdem“, erzählt Maria Bublitz. Auffällig für Imad Kamar ist, dass hier mehr Wert auf Zahnprophylaxe als in der Ukraine gelegt wird. „Die Menschen haben gesündere Zähne“, stellt er fest.

Neben der angenehmen Arbeitsatmosphäre überzeugen ihn zudem die flexiblen Arbeitszeiten. Ob und wann er in seine Heimat zurückgehen kann, ist derzeit noch ungewiss. „Ich weiß momentan nicht einmal, ob ich überhaupt noch ein zu Hause in der Ukraine habe.“ Der Ukrainer kann sich daher auch vorstellen, in Hamburg zu bleiben. Mit dem unbefristeten Job bei Dr. Bublitz ist ein wichtiger Schritt zur erfolgreichen Integration bereits getan.

Auch interessant