10. Dezember 2022
Schnelsen

Ein Gesamtkonzept muss her

Verkehrsberuhigung Das ganze Quartier in den Blick nehmen

Klagen über mehr Verkehr und Lärm in ihren Straßen: Anwohner/-innen aus Süntelstraße und Vogt-Bornkast-Weg Foto: cc

SCHNELSEN Nicht nur die Anwohner/-innen im Puckholm fordern Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in ihrer Straße. Auch die Familien in der Süntelnstraße sind vom Verkehrslärm genervt. Sie wünschen sich ein Gesamtkonzept.

Seit 1971 wohnt Ingeborg Hay (75) in der Süntelstraße in Schnelsen. Auch ihre Großeltern lebten schon dort, so dass sie sich gut in Schnelsen-West auskennt. Zum Einkaufen, für Erledigungen und Arztbesuche fährt sie seit jeher nach Eidelstedt, weil die Wege dorthin genau so weit sind wie nach Schnelsen. „Der direkte Weg nach Eidelstedt über die Altonaer Straße wurde erst in den 1970er Jahren durch den Bau der A23 verhindert“, berichtet Hay.

Etwa zur gleichen Zeit wurde der Puckholm in diesem Zuge als „Verbindungsweg“ Richtung Eidelstedt/Schleswig-Holstein als einzige Querstraße komplett ausgebaut. Verwundert über die Anwohnerinitiative im Puckholm (das NieWo berichtete) haben sich Hay und einige Nachbar/-innen an das Wochenblatt gewandt. Sie wundern sich über den Alleingang der Nachbarn aus dem Puckholm und kritisieren die Ellenbogenmentalität einzelner, die sie im Quartier ausmachen.

Auch Christina Barg, Anwohnerin aus der Süntelstraße unterstreicht, dass bei „Verkehrsentscheidungen im Quartier stets alle Anlieger im Fokus bleiben sollen.“ Und weiter: „Leider ist unser Gefühl, dass sich das dörfliche, gegenseitig unterstützende Schnelsen, zunehmend zu einem Quartier mit Ellenbogenmentalität entwickelt, in dem einige – unter dem Deckmantel für die Allgemeinheit eintreten zu wollen – das Beste für sich zulasten der Mehrheit erreichen möchten“, so die 47-Jährige. „Wir hätten alle gerne so etwas wie versetzte Poller oder Schwellen – auch in der Süntelstraße – damit die Fahrzeuge hier nicht so schnell durchfahren. Dass dies wegen der Krankenwagen nicht machbar ist, sehen wir aber ein“, so Barg.

Die beiden Parallelstraßen zum Puckholm, Vogt-Bornkast-Weg und Kalveslohtwiete, sind immer noch in dem Zustand, in dem sie auch in den 1970er Jahren waren. „Viele von uns Quartiersbewohnern sind hier aufgewachsen, die eigenen Eltern, Groß- und Urgroßeltern ebenfalls. Wir haben alle die Veränderungen der Metropolregion Hamburg und im Speziellen des einmal dörflichen Schnelsens miterlebt“, so Christina Barg. Die Verkehrssituation habe sich durch den wachsenden Verkehr und das angrenzende Gewerbegebiet (Rellingen) stark verändert, viele Fahrer/-innen nutzen inzwischen den Puckholm auch als Querung zur Halstenbeker Straße, zumal dort noch überwiegend die Geschwindigkeit von 50 km/h erlaubt ist.

Die Anwohner/-innen in Schnelsen-West könnten sich vorstellen, dass ein Gesamtkonzept von Seiten der Politik sinnvoll wäre. Dafür würden sie sich auch gern engagieren.

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