28. August 2021
Schnelsen

Durchgangsverkehr geht auf die Nerven

Anwohner und Politik fordern Verkehrskonzept

Die Anwohner fordern schon lange eine Verkehrsberuhigung in ihrer Straße Foto: kh

SCHNELSEN Um die Verkehrssicherheit im Wohngebiet zwischen der Halstenbeker Straße und der Süntelstraße zu erhöhen, fordern Anwohner/-innen seit Jahren eine Begrenzung des Durchgangsverkehrs und eine Verlagerung des Schwerlastverkehrs aus den Wohnstraßen. Auch die SPD-Fraktion setzt sich für ein Mobilitätskonzept ein.

„Tagtäglich, auch nachts fahren durch unsere Straße neben auswärtigen Pkws viele Lkws und Busse“, beschreibt Helge Bernin, Bewohner der Straße Puckholm: „Häufig müssen zwei sich entgegenkommende Fahrzeuge sogar über den Bürgersteig ausweichen.“ Die Situation mindere nicht nur die Wohn- und Lebensqualität, sondern sei auch ein Risikofaktor, zum Beispiel für Kinder.
Dass die Straßen hier so stark frequentiert sind, liegt unter anderem daran, dass sich in der Nähe Gewerbegebiete, das Albertinen Krankenhaus und die Julius-Leber-Schule befinden.

Seit Jahren kämpft Bernin für eine Verkehrsberuhigung: Dafür hat er sich an die Behörden und Politik gewandt, eine Petition ins Leben gerufen, sogar eine Interessengemeinschaft gegründet und knapp 200 Anwohner/-innen hinter sich. Im Frühjahr gab es mit Behörden- und Bezirksamtsvertretern und Lokalpolitikern eine Begehung vor Ort und daraufhin eine Prüfung der Sachlage, unter anderem mit einer Verkehrszählung und Geschwindigkeitsmessung: „Im Vergleich zu anderen Tempo-30-Zonen ist die Verkehrslage unauffällig“, so Matthias Fick, Leiter Prävention und Verkehr beim Polizeikommissariat 24. Auch der Schwerlastverkehr sei hier nicht auffallend hoch.

„Aufgrund der fehlenden Gefährdungslage gibt es keine rechtliche Grundlage, die Straße für den Schwerlastverkehr zu sperren“, meint Kay Becker, Pressesprecher beim Bezirksamt Eimsbüttel.
Die Anwohner fühlen sich unverstanden: „Unsere Bedenken und Ängste werden einfach ignoriert“, so Bernin.

Mit einem Antrag im Regionalausschuss sorgt nun die SPD-Fraktion dafür, dass das Thema nicht ad acta gelegt wird. „Mit nur einer Idee oder Lösung ist es hier nicht getan, vielmehr sollte der Bereich ganzheitlich betrachtet werden,“ betont der verkehrspolitischer Sprecher Koorosh Armi. Dafür brauche es der Unterstützung der Polizei, der Verkehrsbehörde sowie des Bezirksamts. „Wenn alle an einem Strang ziehen, kriegen wir Bewegungen rein.“

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