13. Januar 2023
Schnelsen

„Das Problem sind die Eltern“

Verkehrschaos am Anna-Susanna-Stieg. Allianz Schnelsen Nord fordert ein Konzept

Schule

Vor allem zur schulischen Rushhour wird der Anna-Susanna-Stieg zum Nadelöhr Foto: kh

SCHNELSEN Wer mit dem Auto ins Märchenviertel fährt oder das Wohngebiet wieder verlässt, braucht vor allem frühmorgens oder direkt nach Schulschluss starke Nerven: Eng wird es vor allem im Anna-Susanna-Stieg vor der sechszügigen Grundschule.

Kurz bevor um 8 Uhr die Schulglocke klingelt, herrscht in der kleinen Straße ein großes Verkehrschaos: Zum Durchgangs- und Busverkehr gesellen sich viele Elterntaxis, die oft sogar in zweiter Reihe und im Halteverbot vor den zwei Fahrbahnverengungen stehen. Hier versperren sie den Schüler/-innen die Sicht, wenn sie diese Querungshilfen auf dem Weg zur Schule nutzen.

„Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es hier zu einem gravierenden Unfall kommt“, meint Heinrich Flügge, Sprecher der Allianz Schnelsen Nord, die eine Verkehrsentschärfung in der Straße für dringend notwendig hält. Ein möglicher Ansatz wäre seiner Meinung, den Parkstreifen nur für das Aus- und Einsteigen der Kinder nutzen zu dürfen.

Handlungsbedarf im Hinblick auf verkehrliche Regelungen sieht die Straßenverkehrsbehörde am Polizeikommissariat 24 nicht. Das Geschwindigkeitsniveau ist genauso unauffällig wie die Unfalllage. „Hier und auch an anderen Schulen wird die Problematik von den Eltern verursacht, die ihre Kinder am liebsten in die Klasse fahren würden“, meint Oliver Hänsel vom PK 24. Durch ihr Fehlverhalten gefährden sie sich und andere Kinder. Er hält daher auch nichts von „Kiss-and-Goodbye“-Zonen. Viel wichtiger sei es, den Eltern deutlich zu machen, dass ihre Kinder auch alleine zur Schule gehen oder Rad fahren können.

Genau bei diesem Aspekt setzt das „Schulische Mobilitätsmanagement“ als Gemeinschaftsprojekt des Nachbarschaftsforums Südholstein / Hamburg an (das NieWo berichtete). Derzeit laufen Befragungen an 40 Einrichtungen – die Grundschule Anna-Susanna-Stieg ist nicht dabei.

Geplant ist zudem eine Detailbetrachtung an einer Schule im Bezirk. „Die Ziele dabei sind für alle Schulen, einen kommunikativen Prozess für mehr selbstständige Schulmobilität anzustoßen, weitere Maßnahmen der Mobilitätserziehung zu etablieren sowie Missstände und Defizite im räumlichen Umfeld zu beseitigen“, so Bezirksamtssprecher Kay Becker. Er verweist zudem auf das Nahmobilitätskonzept in Schnelsen, in dessen Rahmen auch Kinder und Eltern der Schnelsener Schule befragt wurden.

„Der Bereich um den Schleswiger Damm und Burgwedelkamp wird zudem als einer von fünf Fokusbereiche genauer betrachtet.“ Konkrete Maßnahmen stehen derzeit noch nicht fest.

Bus
Auch der Bus der Linie 191 muss durch den Anna-Susanna-Stieg Foto: kh

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