6. August 2022
Niendorf

Viele Kinder warten auf Schwimmkurse

Schwimmunterricht Mehr Nachfrage als Angebot

Foto: Bäderland Hamburg

NIENDORF Schwimmen gehört zu den Grundfähigkeiten, die jeder Mensch genauso wie Lesen und Schreiben möglichst bereits im Grundschulalter lernen sollte. Da während der Corona-Pandemie der Schwimmunterricht viele Monate ausfallen musste, ist der Bedarf an Schwimmunterricht momentan jedoch besonders groß.

„Die Auswertungen des aktuellen ersten Hamburger Bewegungsberichts zeigen es dabei schwarz auf weiß: Waren im Bezirk Eimsbüttel bis zum Jahr 2020 noch jeweils etwa 35 bis 37 Prozent der Kinder zu Beginn der dritten Klasse schwimmfähig, folgte im Schuljahr 20/21 der erwartungsgemäße „Einbruch“: Nur noch 28 Prozent der Drittklässler konnten jetzt schwimmen. Während vor der Pandemie zudem 64 Prozent der Hamburger Kids in Klassenstufe 4 mindestens ein Bronze-Abzeichen hatten, sank der Anteil 20/21 auf ein Drittel. Im Bezirksvergleich steht Eimsbüttel insgesamt jedoch recht gut da – der Anteil der schwimmfähigen Schüler/-innen war und ist vor allem in Harburg, Bergedorf und Mitte deutlich niedriger.

Unterricht in Niendorf

Im Schuljahr 21/22 liefen sowohl das Schulschwimmen als auch die außerschulischen Kurse wieder regulär. Außerdem gebe es zusätzliche Angebote und Intensivkurse vor allem in den Ferien, erläutert Michael Dietel, Pressesprecher von Bäderland Hamburg, das auch das Schwimmbad Bondenwald betreibt: „Aufgrund des großen Nachholbedarfs ist der Rückstau jedoch groß und noch immer nicht vollständig gelöst. Das wäre zeitlich gar nicht möglich gewesen.“ Um alle Kinder zu bedienen, werde es bis 2023 dauern.

Eine ähnliche Prognose (eventuell sogar länger) gibt Veronika Schipper, Koordinatorin der Schwimmschule Niendorf vom NTSV ab. „Gefühlt ist unsere Schwimmschule derzeit 24/7 in Betrieb, zumindest aber täglich von 9 bis 21 Uhr.“ Im Vergleich zu 2019 gebe es noch viele Kinder in den fortgeschrittenen Seepferdchen-Kursen, die sechs, sieben oder sogar acht Jahre alt seien. „Kaum einer schafft momentan sein Bronzeabzeichen mit sechs Jahren, früher war das normal“, betont Schipper. Und da die älteren Kinder noch die Kurse belegen, können die zahlreichen Anfragen der jüngeren Kids derzeit nicht bedient werden. Zu bedenken gibt sie zudem, dass im Stadtteil zunehmend mehr Kinder leben. Ein weiterer Faktor sei die angespannte Personalsituation – ist ein Trainer (coronabedingt) krank, gibt es keinen Ersatz und der Kurs fällt aus.

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