29. Januar 2022
Niendorf

Tibarg künstlich verkürzen?

CDU will südliche Fußgängerzone aufwerten

Könnte der Süd-Tibarg künftig von der restlichen Einkaufsstraße baulich abgeschnitten werden? Foto: kh

NIENDORF Auch wenn sich in den letzten Jahren bereits einiges am südlichen Tibarg getan hat, ist der Standort immer noch deutlich geringer frequentiert als der Bereich der Einkaufsstraße ab dem südlichen U-Bahn-Ausgang bis hoch zum Tibarg Center. Für eine perspektivische Belebung und Aufwertung setzt sich jetzt die CDU-Fraktion ein.

„Auch vor dem Hintergrund der geplanten baulichen Veränderungen zwischen Dorfplatz und Garstedter Weg ist es notwendig, Grundlagen für eine nachhaltige Veränderung des Tibarg Süd zu erarbeiten“, betont Rüdiger Kuhn, Vorsitzender der CDU-Fraktion, die in der Bezirksversammlung dazu einen Antrag gestellt hat. Da sich vor allem die uneinheitliche Baustruktur mit in Gestaltung, Höhe und Nutzbarkeit sehr verschiedenen Baukörpern als schwierig erweise, soll diese langfristig verändert werden.

Dafür hat Kuhn konkrete Vorschläge: „Ein größeres Gebäude als Kontrapunkt auf Höhe des Busbahnhofs könnte den Tibarg künstlich verkürzen und dem Südbereich eine neue Wahrnehmung geben.“ In dem Gebäude selbst sei es dann möglich, Flächen für den Einzelhandel sowie Wohnraum zu schaffen. Auch der Abriss bestehender Gebäude, zum Beispiel des Pavillons, der aktuell wie ein Fremdkörper wirke, wäre denkbar. „Das Ziel ist, den Platzcharakter zu betonen und mit Angeboten aufzuwerten.“

Die Vorschläge seien vor allem als Denkanstöße zu verstehen, so Kuhn. Dementsprechend geht es in dem Antrag zunächst um einen Anstoß für einen mehrstufigen Prozess. Dieser kann unter anderem einen „runden Tisch“ mit allen Akteuren sowie einen Ideenwettbewerb der Bürger/-innen beinhalten.

Außerdem sollen die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um die Ideen im Zuge eines Bebauungsplanes mittelfristig umzusetzen.
„Alles, was dem Tibarg Süd bei seiner Entwicklung hilft, ist zu begrüßen“, äußert sich Tibarg-Quartiersmanagerin Nina Häder dazu auf Nachfrage: Dabei habe sich der Bereich in den letzten Jahren bereits in eine positive Richtung entwickelt. So gebe es neue und bereichernde Nutzungen unter anderem im Pavillon.

Mit der Brunnenanlage, den bunten Tischen und Stühlen und dem Klettergerüst hat der BID Tibarg in den letzten Jahren zudem viel in die Attraktivitätssteigerung des Standorts investiert. Ein neuer Blickfang seien die Acker-Beete. „Dennoch ist eindeutig, dass es hier an ,Magneten‘ mangelt“, so Häder: Das seien in der Regel große Filialisten, die viele Menschen anziehen.

„Um dies langfristig hinzubekommen, bedarf es sicherlich Veränderungen in der baulichen Struktur. Eine positive Wirkung wird sich dadurch aber erst auf sehr lange Sicht entfalten.“

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