19. Juni 2021
Niendorf

Täuschungsabsicht oder Versehen?

Radunfall: Verursacher hinterlässt falsche Daten

Der Unfallort – da ein Transporter am Friedhofsausgang parkte, haben sich die Unfallbeteiligten nicht sehen können Foto: privat

Der Unfallort – da ein Transporter am Friedhofsausgang parkte, haben sich die Unfallbeteiligten nicht sehen können Foto: privat

NIENDORF Als am frühen Samstagmorgen ein älterer Herr mit dem Fahrrad zum Tibarg unterwegs ist, wird er in der Straße Sootbörn von einem Pedelec-Fahrer, der aus dem Friedhof links abbiegt, angefahren. Der Radler stürzt auf den Kopf und verletzt sich dabei. Die Kontaktdaten, die der Verursacher hinterlässt, stellen sich im Nachhinein als falsch heraus.

Der 84-jährige Jürgen Storr wurde von einem E-Bike-Fahrer angefahren Foto: privat
Der 84-jährige Jürgen Storr wurde von einem E-Bike-Fahrer angefahren Foto: privat

„Ich habe den E-Bike-Fahrer nicht gesehen, da ein Transporter am Friedhofsausgang parkte. Und dann hat er mich voll erwischt“, erzählt Jürgen Storr, der auch einige Tage später immer noch unter Schock steht und eine Gehirnerschütterung und eine Knieverletzung davongetragen hat.

„Ich hatte einen totalen Blackout und war so benommen, dass ich gar nicht darüber nachgedacht habe, einen Arzt oder die Polizei zu verständigen“, so der 84-Jährige. Der Mann sei stehen geblieben und habe ihm hochgeholfen. Eine Passantin hat dann dessen Namen und die Telefonnummer in das Handy des Rentners eingegeben. „Als ich nach dem Arztbesuch den jungen Mann anrufen wollte, kam die Ansage, dass die Nummer nicht vergeben ist“, schildert Storr, der mittlerweile die Polizei eingeschaltet hat und sich fassungslos zeigt.

„Aktuell ist nicht bekannt, ob eine Täuschungsabsicht oder doch nur ein Eingabefehler vorliegt“, meint Matthias Fick, Leiter Prävention und Verkehr vom Polizeikommissariat 24: „Ein wirklich bösartiger Mensch hätte vielleicht gar nicht angehalten.“ Grundsätzlich rät er dazu, Unfälle immer bei der Polizei zu melden. „Wir nehmen jeden gemeldeten Fall auf“, betont Fick. Deshalb solle man sich auch im Hinblick auf eine eindeutige Regelung nicht scheuen, diesen „Service“ in Anspruch zu nehmen. Sofern einer der Unfallbeteiligten auf das Einschalten der Polizei besteht, sind sogar alle dazu verpflichtet, auf ihr Eintreffen zu warten.

Infos zum richtigen Verhalten bei einem Verkehrsunfall gibt es unter www.polizei.hamburg/verkehrsunfall

Zeugenaufruf
Im konkreten Fall können sich Zeugen oder der Unfallverursacher beim PK 24 unter T 428 65 24 10 melden. Der Unfall ereignete sich am Samstag, 29. Mai, gegen 8 Uhr am Sootbörn 14a (Ausgang Friedhof). Der E-Bike-Fahrer ist circa 45 Jahre alt, hat einen Vollbart und trug einen Fahrradhelm.

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