19. März 2022
Niendorf

Sehnsucht nach coronafreiem Alltag

Bücherhallen Zwei Jahre Pandemie kosteten Kraft

Kennt die Niendorfer Bücherhalle noch gar nicht ohne Corona: Leiterin Jennifer Strobl Foto: bk

NIENDORF/LOKSTEDT/SCHNELSEN Seit nun schon zwei Jahren läuft in Deutschland der Kampf gegen die Corona-Pandemie. Besonders stark getroffen wurde der Kulturbereich und damit auch die Bücherhallen.

Sie mussten zeitweise komplett schließen, und nach den Schließungszeiten wird das Personal schon eine lange Zeit durch die Eindämmungsverordnung stark beansprucht. Karen Henschel-Possehn, Leiterin in Schnelsen über die zwei Corona-Jahre: „Es gab einen massiven Einbruch der Gästezahlen, geplante Veranstaltungen mussten häufig abgesagt werden.

Der Lockdown und die Eindämmungsverordnung trafen zudem die Schwächsten und Kleinsten der Gesellschaft – die Kinder!“

Die Bilanz der Niendorfer Leiterin Jennifer Strobl sieht ähnlich aus: Abgesagte Veranstaltungen, zurückgehende Gästezahlen besonders in der 2G-Zeit, verkürzte Öffnungszeiten und häufige spontane Schließungen, weil das Personal nicht ausreichte: „Hinzu kam am Anfang auch noch die Angst, dass Corona vielleicht über die Bücher weitergegeben werden kann. Und im Team herrschte Angst davor, dass man sich womöglich bei den Kundinnen und Kunden anstecken könnte.“

Vieles musste improvisiert und umorganisiert werden. So gab es in Niendorf Bilderbuchkino für die Kleinen nur noch per Videokonferenz, und in Schnelsen bekamen die Bücherhallengäste Kreativtüten zum Mitnehmen und Rätsel rund ums Buch. Karen Henschel-Possehn: „Trotz der Widrigkeiten und Einschränkungen versuchen wir, eine neue Normalität zu schaffen und unseren Kultur- und Bildungsauftrag zu erfüllen.“

Auch in Lokstedt gab es die volle Corona-Packung: keine Klassen- und Kitabesuche, nur digitale Veranstaltungen, hinsetzen nicht erlaubt, Eingangskontrollen, dauerlüften und frieren. Wenigstens die Kontrollen sind jetzt hier und in den anderen Bücherhallen wieder beendet, aber weiterhin müssen FFP2-Masken getragen werden. Bei Kindern von sechs bis dreizehn Jahren genügt eine medizinische Maske.

Und wie in Lokstedt, wo für den 8. und 9. April eine Pflanzentauschbörse geplant ist, zieht immer mehr ein kleines bisschen Normalität ein – die Sehnsucht danach ist groß. Karen Henschel-Possehn bringt es auf den Punkt: „Wir wünschen uns wieder einen pandemiefreien Arbeitsalltag für Ideen und Kreativität und ein Medienangebot ohne Störungen, um möglichst viele neue und alte Gäste begrüßen zu können.“

Aktualisierte Corona-Regeln unter www.buecherhallen.de/corona.html

So war’s mal: die Lokstedter Co-Leiterin Barbara Drichel bei einem Kinder-Workshop vor Corona – ohne Maske und Abstand Foto: bk

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