5. Juni 2021
Niendorf

Objektiv keine Gefahrenlage

Fußgängerüberweg Wendlohstraße kommt nicht

An der Wendlohstraße besteht objektiv keine Gefahrenlage, die subjektive Wahrnehmung ist eine andere Foto: kh

NIENDORF Für ein sicheres Queren der Wendlohstraße auf Höhe des Herzog-Bruno-Wegs fordern Anwohner/-innen und Lokalpolitiker bereits seit längerer Zeit einen Fußgängerüberweg (das Wochenblatt berichtete). Die Polizei hat den Bereich nun erneut überprüft und objektiv keine Gefahrenlage festgestellt.

„Die Gesetzeslage lässt uns keinen Spielraum für die Anordnung einer Querungshilfe“, betont Matthias Fick, Leiter Prävention und Verkehr vom Polizeikommissariat 24. Um diese rechtfertigen zu können, müssten zunächst die Voraussetzungen der Straßenverkehrsordnung gemäß §45 Absatz 9 erfüllt sein. Dieser Paragraf besagt, dass Verkehrseinrichtungen nur dann anzuordnen sind, wenn „aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage“ besteht. „In den letzten zehn Jahren hat es hier insgesamt nur zehn Verkehrsunfälle gegeben, davon einer mit einer schwerverletzten Radfahrerin, die den Unfall allerdings verursacht hatte“, erläutert Fick weiter. Hinweise auf Gefahren lägen nicht vor. Darüber hinaus müssten für die Einrichtung eines Fußgängerüberwegs mindestens 50 Fußgänger und 200 Kraftfahrzeuge jeweils pro Stunde den Bereich passieren. Bereits 2019 wurden diese Zahlen nicht erreicht. Bei erneuten Zählungen in der Zeit zwischen 7 und 8 Uhr morgens hat die Polizei vor allem bei den Fußgängern wieder deutlich weniger gezählt.

Enttäuscht von diesem Ergebnis, das Matthias Fick im Regionalausschuss vorgestellt hat, zeigten sich sowohl die Vertreter von Grünen, CDU und SPD, die in einem gemeinsamen Antrag einen Zebrastreifen gefordert hatten, als auch die Anwohner. „In unserer Open-Petition haben wir 540 Unterschriften gesammelt“, sagt Christoph Maatz: „Die Wahrnehmung der Bürger ist eine deutlich andere.“ Das Queren der Wendlohstraße, die von vielen als „Raserstrecke“ wahrgenommen wird, sei vor allem für Kinder und Senioren sehr gefährlich.

Zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es: Nach einem erneuten Antrag der Fraktionen könnte es nach den Sommerferien – wenn alle Schulen wieder im vollen Präsenzunterricht sind und mit einem höheren Verkehrsaufkommen zu rechnen ist – eine erneute Zählung geben.

Auch interessant