2. Oktober 2021
Niendorf

Mosaik an lokalen Eindrücken

Soziales Leitbild: Ergebnisse der Bürgerbeteiligung

Wie wir künftig zusammen leben wollen, ist eine wichtige Frage, die derzeit im Bezirk Eimsbüttel beschäftigt Foto: kh

Wie wir künftig zusammen leben wollen, ist eine wichtige Frage, die derzeit im Bezirk Eimsbüttel beschäftigt Foto: kh

NIENDORF/LOKSTEDT/SCHNELSEN Wie sich die Menschen das aktuelle und künftige Zusammenleben im Bezirk Eimsbüttel vorstellen, hat das Bezirksamt zusammen mit der steg Stadtentwicklungsgesellschaft 100 Bürger/-innen befragt. Die Ergebnisse aus elf Workshops in allen neun Stadtteilen kürzlich öffentlich per Live-Stream vorgestellt.

Offene, unkommerzielle Begegnungsräume schaffen, mehr Raum für Radfahrer/-innen und Fußgänger, eine Nachbarschaftsapp zur Vernetzung der Akteure oder die Förderung von Gemeinschaftsgärten – die Bandbreite an Vorschlägen, Wünschen und Vorstellungen war bei über 300 Beiträgen groß und so vielfältig wie die Teilnehmer/-innen, die zufällig ausgewählt wurden. „Mit diesem für uns neuen Format der Bürgerbeteiligung möchten wir sicherstellen, ein breites Meinungsbild aus der Bevölkerung zu erhalten“, so der Bezirksamtsleiter Kay Gätgens: „Wir wollten die ,ganz normalen Leute‘ und auch die zu Wort kommen lassen, die sich sonst nicht einmischen.“

Hintergrund der Workshops ist das Aufstellen eines „Sozialen Leitbilds“ als Ergänzung zum städtebaulichen Leitbild „Eimsbüttel 2040“. „Als einziger Bezirk in Hamburg verfügen wir dann über ein Konzept, wie wir in Zukunft zusammen leben möchten“, meint Gätgens: „Ich denke, dass Antworten auf diese Frage gerade in der kommenden Nach-Corona-Zeit wichtiger denn je sind.“ Denn auch trotz zunehmender Digitalisierung werde man auch in 20 Jahren noch den „echten“ sozialen Austausch brauchen, ist er überzeugt.

Der nächste Schritt

Um auch die Generation zu erreichen, die die künftige soziale Infrastruktur besonders betreffen wird, ist im nächsten Schritt eine breit angelegte Kinder- und Jugendbeteiligung geplant. Diese soll auch die Interessen von jungen Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen berücksichtigen. Parallel dazu arbeitet die Verwaltung an einer
daten- und faktenbasierten Analyse zur sozialen Infrastruktur. Alles zusammen mündet dann in dem Ziel „Soziales Leitbild Eimsbüttel“, das im kommenden Jahr fertig sein und der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Ein Mosaik an Eindrücken
Eine Auswahl an Beiträgen, Vorstellungen und Wünschen der Bürger/-innen:
‰♦ autofreie Straßenzüge als Begegnungsorte
‰‰♦ Garten und Grünflächen auf Dachflächen als nachbarschaftliche Begegnungsorte
‰♦ Schaffung von bedarfsgerechtem Wohnraum (unter anderem größerer Mix an Wohnungsgrößen, flexible Grundrisse)
‰♦ ‰ Förderung der Nachbarschaftshilfe und „Paten“ für Zugezogene
‰♦ ‰ Ausbau alternativer, wohnungsnaher Verkehrsangebote und Ausbau des ÖPNVs
‰♦ ‰ Förderung von Co-Working und Home-Office
‰♦ ‰ Erhöhung gastronomischer Angebote für alle Altersgruppen
‰♦ ‰ Förderung qualitativer und integrativer schulischer Bildungsangebote
‰♦ ‰ Grünflächen erhalten, schützen und weiter aufwerten
‰♦ ‰ Unkommerzielle Sporteinrichtungen
‰♦ ‰ und viele weitere…

Bezirksamtsleiter Kay Foto: Bina Engel
Bezirksamtsleiter Kay Foto: Bina Engel

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