16. Juli 2022
Niendorf

Mit Rücksichtnahme funktioniert es

Die neuen Verkehrsregeln in der Paul-Sorge-Straße

Antje Merten vom Polizeikommissariat 24 an der neuen Veloroute in der Paul-Sorge-Straße Foto: kh

NIENDORF Mit dem Ende der Umbaumaßnahmen ist die Paul-Sorge-Straße nun offiziell Velouroute. Was bedeutet das eigentlich für die Rad- und Autofahrer und worauf ist jetzt zu achten?

„Die Neuordnung ist meiner Meinung nach eine große Umstellung für alle Verkehrsteilnehmer/-innen und nicht jeder kennt die Regelungen. Ich würde mich freuen, wenn Sie das Thema aufgreifen“, schrieb Leserin Linda Zander an das Wochenblatt und gab damit den Ausschlag für einen Vor-Ort-Termin mit Antje Merten. Die Dienstgruppenleiterin beim Polizeikommissariat 24 erklärt zunächst die auffällig rote Markierung des Radwegs im Bereich zwischen Schippels- und Krähenweg: „Diese soll die Sichtbarkeit der Radfahrenden erhöhen und Autofahrer darauf hinweisen, dass hier in dem stärker frequentierten Bereich mit Schule und U-Bahn erhöhte Aufmerksamkeit geboten ist.“ Die Färbung habe daher nur einen optischen Effekt.

Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Konflikte zu vermeiden, gibt es auf der gesamten Strecke sogenannte Schutzstreifen, die von der regulären Fahrbahn klar getrennt sind. Sie sind den Radfahrenden vorbehalten und müssen von ihnen genutzt werden, auch darauf gilt das Rechtsfahrgebot. Ausnahme: Kinder bis zum achten Lebensjahr müssen und bis zum zehnten Lebensjahr dürfen den Gehweg benutzen.
„Radfahrende sind an die Ampelschaltung der Pkw gebunden“, so die Expertin. Zusätzlich gibt es Fahrradampeln, die bei Abbiegevorgängen Konflikte mit dem motorisierten Verkehr verhindern sollen.

Pkw, die Radfahrende auf den Schutzstreifen überholen wollen, müssen einen Sicherheitsabstand von 1,50 bis zwei Meter einhalten. Bedeutet: Wenn Gegenverkehr kommt, bremsen Autofahrer zunächst ab und scheren erst bei freier Gegenfahrbahn zum Überholen aus. Da die Schutzstreifen eine gestrichelte Linie aufweisen, dürfen Pkw diese bei Bedarf befahren. Darauf zu parken oder zu halten, sei jedoch verboten, betont Merten: „Wie auf jeder Straße funktioniert auch hier vieles vor allem mit gegenseitiger Rücksichtnahme.“

Differenzen zwischen Radfahrenden und Autofahrern erlebe die Polizei tagtäglich. Dabei habe man ein spezielles Auge auf die Radfahrenden geworfen, die sich vermehrt nicht an die Straßenverkehrsordnung halten, indem sie auf der falschen Straßenseite, mit dem Handy am Ohr oder einfach rücksichtslos fahren. Das größte Problem bei den Autofahrern seien Halte- und Parkverstöße.

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