14. Mai 2022
Niendorf

Mieten steigen sprunghaft an

Aktuelle Wohnungsmarktuntersuchung von Ohmoor-Schülern

Noch vergleichsweise günstig sind die Mieten in Niendorf und Schnelsen Grafik: Geografie-Kurs/Ohmoor/ Nadine Reimer

niendorf In einer seit mehr als drei Jahrzehnten bestehenden guten Tradition untersuchen Schüler/-innen vom Gymnasium Ohmoor alljährlich den Hamburger Wohnungsmarkt. Das diesjährige Ergebnis: Mieter/-innen zahlen aktuell im Schnitt 14,25 Euro pro Quadratmeter, wenn sie eine Wohnung neu anmieten – das ist ein Anstieg von 6,3 Prozent im Vorjahresvergleich.

Bei seiner aufwendigen Recherchearbeit hat der Profil-kurs Geografie unter der Leitung der Lehrer Christopher Gnann und Carl-Jürgen Bautsch 8000 anonymisierte Datensätze mit Mietwohnungsanzeigen der Monate Februar und März (von der Immowelt AG zur Verfügung gestellt) ausgewertet. Auffällig ist vor allem der sprunghafte Anstieg nach der kurzen Atempause in 2021. Eine noch deutlichere Tendenz gibt es in den sechs Umlandkreisen mit einem Plus von 7,2 Prozent.

Für unsere Stadtteile ergeben sich folgende Werte: Am tiefsten für die Miete in die Tasche greifen muss man in Lokstedt. Hier werden überdurchschnittlich hohe 15,02 Euro/m² verlangt. Dagegen zahlen Mieter in Niendorf mit 13,54 Euro/m² und in Schnelsen (13,33 Euro/m²) vergleichsweise wenig. Ins Auge fällt das im Frühjahr mit 64 bzw. 70 Wohnungsinseraten noch relativ große Angebot in Niendorf und Lokstedt. In Schnelsen gab es „nur“ 34 freie Wohnungen. Eingeordnet werden die Zahlen von Dr. Rolf Bosse, Vorsitzender des Hamburger Mietervereins: „Wenig Leerstand und hoher Nachfragedruck lassen die Mieten in die Höhe schießen.“

Obwohl die Mietpreisbremse nur eine Überschreitung von 10 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete erlaube, liegen die Neuvertragsmieten rund 53 Prozent über der Durchschnittsmiete, die laut Mietenspiegel 2021 9,29 Euro/m² beträgt. „Wird die Mietpreisbremse nicht endlich praxistauglich und wirksam ausgestaltet, werden uns die Neuvertragsmieten davongaloppieren“, fürchtet Bosse.

Die Schaffung und der Erhalt von bezahlbarem Wohnraum sei unabdingbar, auch um dem Wegzug der Hamburger entgegenzuwirken – denn auch hier explodieren die Mieten. Mit dem kostenlosen Mietpreisbremse-Check auf online-checks.mieterverein-hamburg.de können Hamburger Mieter prüfen, ob ihre Miete zu hoch ist.

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