23. April 2022
Niendorf

Erste Labor-Phase ist abgeschlossen

Die Versuche in der Grelckstraße kamen bei den Familien gut an

Genießen die Verkehrsberuhigung: Lennard Greiwe, Helga Stockmann und Linn Greiwe, sitzend Tanja Reuschling, Frauke Greiwe und Michael Greiwe (v.l.n.r.) Foto: privat

LOKSTEDT Seit dem 22. April ist die Grelckstraße vorerst kein Verkehrslabor mehr. Ob es wie vom Bezirksamt vorgeschlagen im Juli mit der zweiten Phase weitergeht, entscheidet sich voraussichtlich im Regionalausschuss am 2. Mai.

Die Versuche mit der Einbahnstraßenregelung werktags und der Durchfahrtsperre an Wochenenden waren auf erbitterten
Widerstand bei der Mehrheit der Gewerbetreibenden (das Wochenblatt berichtete) gestoßen. Aber es gibt auch positive Resonanz. Besonders Familien mit Kindern genießen die Verkehrsberuhigung.

Deutlich entspannter

Mit Blick auf die Kritik der Gewerbetreibenden wünschen sich Anwohner von diesen mehr Experimentierfreude. Aber auch
Optimierungsbedarf wie etwa das Einrichten weiterer Parkplätze beim DRK wird geäußert.

„Ich empfinde die verkehrsberuhigte Situation schon jetzt als deutlich entspannter. Auch durch die Sitz- und Spielmöglichkeiten vor dem LoMa hält man sich in der Grelckstraße nun lieber auf“, bilanziert Anwohnerin Frauke Greiwe. Adressiert an die Geschäftsleute fährt sie fort: „Ich bin überzeugt, dass der lokale Einzelhandel davon profitieren wird, wenn die Grelckstraße zu Fußgängerzone mit Durchfahrtsmöglickkeit für Fahrräder wird und so besonders auch ältere Kunden und Familien mit Kindern den Einkauf mehr genießen können.“

Für Anwohnerin Maike Lücke hat die Grelckstraße in den letzten Monaten an Attraktivität gewonnen: „Der Verkehrsversuch zeigt eine neue Qualität des Wohnens in Lokstedt auf. Vorbei die Zeit von hupenden, sich blockierenden und schimpfenden Autofahrern.

Stattdessen Weg frei für Kinder, Passanten und Radfahrer.“ Tanja Reuschling wohnt seit zehn Jahren im Quartier, die neue Verkehrsführung war für die Autofahrerin zunächst gewöhnungsbedürftig. „Aber ich ziehe den kleinen Umweg der unübersichtlichen Verkehrssituation vorher auf jeden Fall vor. Ein kleines Stadtteilzentrum als Treffpunkt hat mir immer gefehlt. Die Grelckstraße könnte als Fuß-gängerzone dazu werden, mit dem LoMa, mehr Sitzplätzen vor dem Bäcker Horn, dem Restaurant Il Tramonto und dem Kleinen Hofcafé“, sagt Tanja Reuschling

Hoffen auf die 2. Phase

Christiane Justus und ihrer Familie gefällt besonders die neue Sitzecke des Parklets vor der Grelckstraße 11 und hofft, diese im Frühling auch noch nutzen zu können: „Wir brauchen in der Grelckstraße eine Veränderung. Mich sprechen die alternativen Konzepte für Fahrradfahrer, für einkaufende Fussgänger, aber auch für Kinder an.“

Tischtennis statt Parken kommt bei den Lütten gut an
Foto: privat

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