18. September 2021
Niendorf

Erneute Zählung unauffällig

Voraussetzungen für Zebrastreifen nicht erfüllt

Viele Autos, aber zu wenig Fußgänger für einen Zebrastreifen an der Wendlohstraße Foto: kh

NIENDORF Eine erneute Verkehrszählung an der Wendlohstraße im Bereich Herzog-Bruno-Weg bestätigte alle vorausgegangenen Zählungen, sodass die Voraussetzungen für die Einrichtung eines Fußgängerüberwegs weiterhin nicht erfüllt sind.

Das Thema beschäftigt bereits seit Jahren: Neben den Anwohner/-innen hat sich auch die Lokalpolitik mehrfach für eine sichere Querung der Wendlohstraße insbesondere für Kinder auf dem Weg zur Schule sowie für Senioren eingesetzt. Die zuletzt im Frühjahr durchgeführten Zählungen stießen aufgrund der Corona-Beschränkungen und einer mutmaßlich entspannteren Verkehrslage auf Kritik. Nach einem neuen Antrag der Fraktionen von Grünen, CDU und SPD hat das Polizeikommissariat 24 nun nochmals eine Zählung durchgeführt.

„Die Fußgängerverkehrsstärken sind geringer als erforderlich“, so Matthias Fick, Leiter Prävention und Verkehr. Gemessen wurde an mehreren Wochentagen jeweils von 7 bis 8 Uhr. Berücksichtigt wurde der gesamte Kreuzungsbereich inklusive Bushaltestelle. An allen Tagen passierten jeweils weniger als 15 Kinder die Straße, insgesamt waren es maximal 47 querende Personen – gemäß der Richtlinie für die Anlage von Fußgängerüberwegen (R-FGÜ 2001) liegt die erforderliche Anzahl bei 50. „Rein faktisch sind die Zählungen unnötig, weil hierbei von der Grundvoraussetzung, einer erhöhten Gefahrenlage, abgelenkt wird“, betont Fick. Und die liegt gemäß §45 Absatz 9 StVO nicht vor.

Grundlage der Beurteilung ist auch die Unfalllage: In den letzten 20 Jahren gab es „nur“ drei Unfälle mit einer Fußgängerbeteiligung, jedoch ohne Verletzte.

„Die Sichtweise der Behörden enthält keinen Ermessensspielraum der Lage oder Präventionsgedanken und ist inakzeptabel“, äußert Anwohner Christoph Maatz sein Unverständnis. In einer Online-Petition hatte er Anfang des Jahres über 540 Unterschriften für eine Querungshilfe gesammelt. Aufgeben will er nicht: „Von unserer Seite ist der Punkt für zum Beispiel öffentliche Protestaktionen erreicht.“

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