1. Oktober 2022
Niendorf

Eine tierisch starke Unterstützung

Stadtteilschüler in Niendorf lernen mit Schulhündin Lotta

Männchen machen gehört zu Lottas leichtesten Übungen Foto: kh

NIENDORF Der Start an der Stadtteilschule Niendorf wurde der Klasse 5a besonders leicht gemacht. Sie haben einen Schulhund, der an zwei Tagen die Woche im Unterricht mit dabei ist: Lotta kommt nicht nur bei den Schüler/-innen gut an, sondern ist auch pädagogisch ein Gewinn.

In Blitzgeschwindigkeit schnellen alle Arme nach oben, als Klassenlehrerin Antje Spröth die Aufgabe verteilt, eine kleine Mappe gefüllt mit „gut riechenden“ Leckerlis zu verstecken. Die Suche nach dem passenden Versteck nehmen die Kids ernst – und dennoch dauert es nicht lange, bis der Hund die Beute erschnüffelt hat. Als Belohnung darf eine Schülerin ihm ein Leckerli geben und zugleich für die Klasse eine Aufgabe vorlesen, die sich ebenfalls in der Mappe befindet…

Situationen, wie diese sind in der 5a keine Ausnahme. „Lotta wird in den Unterricht integriert und ist eine gute Motivation zum Lernen“, erzählt Antje Spröth: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hunde Kindern gut tun und sich positiv auf das Klassenklima auswirken.“ Da sie selbst von den positiven Effekten überzeugt ist, hat sie sich mit ihrer Familie bewusst für einen Golden Retriever (aus der Arbeitslinie) als eigenen Familienhund entschieden.

Lotta sorgt auch für Ruhe

Beim Deutschen Institut für die Hund-Mensch-Beziehung hat sie mit Lotta dann eine Schulhundeausbildung absolviert. Nach zwei Jahren als „Schulhund in Ausbildung“ in einer achten und neunten Klasse trägt sie nach erfolgreicher Prüfung seit April offiziell den Titel „geprüfter Schulhund“.

Seit diesem Schuljahr begleitet die Hündin ihr Frauchen für einige Stunden mittwochs und freitags in eine fünfte Klasse.
Und die ist sichtlich begeistert: „Super süß“ und „richtig cool“ lauten die einstimmigen Kommentare. „Lotta sorgt für viele lustige Momente“, meint Finn. Mats freut sich, dass er nach konzentriertem Lernen den Hund als Belohnung streicheln darf. „Wir lernen auch, wie man mit Hunden umgehen muss“, ergänzt Viola. Und da es, wie Emilia erzählt, wöchentlich wechselnde Paten gibt, die sich in den Pausen um Lotta kümmern, stärkt sie auch das Verantwortungsbewusstsein. Sam ist überzeugt, dass Lotta für Ruhe in der Klasse sorgt.

Auch die Enttäuschung, dass nicht jedes Kind den Hund ständig streicheln kann, ist eine Erfahrung, mit der die Schüler/-innen jetzt lernen müssen umzugehen.
Neben Lotta gibt es zwei weitere Schulhunde an der Stadtteilschule Niendorf, die bereits seit Jahren gute Erfahrungen mit den tierischen Pädagogen macht – und daher auch dazu beiträgt, dass das Konzept Schule macht.

Auch interessant