30. April 2022
Niendorf

Eine Straße, keine Autos, viele Akteure

Spontanes Event dank Sperrung im Gehege

Zur Orientierung für die Besucher: Hier befindet sich die Aktionsmeile Grafik: privat

NIENDORF Ein Wasserrohrbruch kann auch seine guten Seiten haben – das finden zumindest viele Akteure im Niendorfer Gehege: Auf der temporär gesperrten Straße planen sie daher spontan für Sonntag, 1. Mai, von 14 bis 16 Uhr viele Aktionen. Sie machen sich damit auch dafür stark, den Bereich dauerhaft vom Durchgangsverkehr freizuhalten.

Wer aktuell mit dem Fahrrad oder zu Fuß auf der Straße Niendorfer Gehege im Abschnitt zwischen Waldspielplatz bis zur Vogt-Kölln-Straße unterwegs ist, der kann die Ruhe und die Natur ungestört genießen. Autolärm und Abgase gibt es hier (fast) nicht, auch kein Gedrängel.

„Diese Chance müssen wir nutzen“, sagt Axel Thiemann vom Vorstand des Vereins Pro Niendorfer Gehege, der zu einem Straßen-Waldspaziergang mit Förster Sven Wurster um 14 Uhr einlädt (Treffpunkt: Waldcafé Corell). Mit dem Strom des E-Fahrzeugs der Försterei will der Verein zudem frische Waffeln (mit gesponsertem Teig der Bäckerei Hönig) backen.

Auch für die passende musikalische Begleitung ist mit dem Hamburger Klangforscher und Musiker KYMAT (Sven Meyer) gesorgt. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ist mit ihrem WaldMobil auf der Aktionsmeile vor Ort und bietet diverse Mitmachaktionen für Familien und Kinder an. Mit von der Partie sind zudem die Zukunftswerkstatt mit einem Lastenräder-Parcours, die Waldjugend mit einer Nistkästen-Aktion sowie der Verein Werte erleben.

„Ohne den Autolärm werden der Erholungsfaktor und die Aufenthaltsqualität im Wald gerade immens aufgewertet“, meint Sven Wurster, der sich von der Aktion begeistert zeigt, „wir alle könnten uns gut vorstellen, dass dieser Zustand (mit Alternativen für Autofahrer) dauerhaft so bleibt und hoffen dabei auf die Unterstützung möglichst vieler Menschen.“ Als „Anwalt des Waldes“ bekommt er auch Rückendeckung vom Nabu Eimsbüttel. „Eine Verkehrsberuhigung würde die natürliche Entwicklung des Geheges als grüne Lunge stärken“, so Dieter Siebeneicher. Diese bringe Ruhe für Tiere, die Anwohner und Besucher.

Trotz der Amphibienschutzaktionen, die die Nabu-Gruppe alljährlich organisiert, werden hier immer noch viele Tiere auf der Straße von Fahrzeugen getötet. Bereits vor 25 Jahren habe der Naturschutzbund erfolglos eine Sperrung der Straße beantragt. Auch im grün-schwarzen Koalitionsvertrag im Bezirk war bereits eine Durchfahrtssperre an den Wochenenden vorgesehen.

Ob nun der Stein durch dieses Straßen-Event und die lokalen Unterstützer/-innen wieder ins Rollen kommt, zeigt sich ab Sonntag. Mit Ende der Reparaturmaßnahmen von Hamburg Wasser wird die Sperrung voraussichtlich Ende der kommenden Woche aber auf jeden Fall (erstmal) wieder aufgehoben.

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