29. Mai 2021
Niendorf

„Das Wasser könnte man trinken“

Niendorfer ist mit Wasserstoffauto unterwegs

Der Niendorfer Michael Niemann ist stolz auf sein neues, mit Wasserstoff betriebenes Auto Fotos: kh

Der Niendorfer Michael Niemann ist stolz auf sein neues, mit Wasserstoff betriebenes Auto Fotos: kh

NIENDORF Über zwei Jahre hat sich Michael Niemann mit dem Thema intensiv beschäftigt: Vor vier Monaten traf er dann eine Entscheidung und bestellte sich ein mit Wasserstoff betriebenes Auto. Seit gut einer Woche fährt er mit dem ersten in Hamburg serienmäßig zugelassenen Wasserstoffauto über Niendorfs Straßen und dürfte damit bislang noch der Einzige sein.

„Fasziniert bin ich vor allem davon, dass aus dem ,Auspuff‘ nur sterilisiertes Wasser kommt, das man sogar trinken könnte“, meint der 69-jährige Unternehmer. Der Umweltaspekt sei natürlich ein wesentlicher Grund, warum er sich für den neuen „Mirai 2“ des Herstellers Toyota entschieden habe. Ihn interessiert zudem die „saubere“ Technik und ihr Nutzen für alle: „Für mich steht ohne Zweifel fest, dass (grüner) Wasserstoff nicht nur in der Automobilindustrie eine große Zukunft hat.“

Von seinem Auto ist er schon jetzt überzeugt: „Es fährt wahnsinnig leise, ähnlich wie ein Elektrofahrzeug.“ Die Kosten seien zudem überschaubar. Bereits ab 400 Euro im Monat könne man den Mirai 2 leasen. Wer das Auto kaufen will, zahlt gut 55.000 Euro, darin enthalten ist bereits eine staatliche Förderung in Höhe von 11.600 Euro. Außerdem entfällt für zehn Jahre die Kfz-Steuer.

Der „Sprit“ kostet (bei einem Verbrauch von 1,2 kg/100 km) 9,50 Euro pro Kilo Wasserstoff. „Ich gehe davon aus, dass die Preise durch grüne Produktionsmethoden und größere Volumina in den nächsten Jahren noch spürbar sinken“, so der Niendorfer. Das Tanken selbst sei bequem und verlaufe ähnlich wie bei einem „normalen“ Auto. Innerhalb weniger Minuten ist der Wagen vollgetankt und hat dann eine Reichweite von etwa 650 Kilometer. Dass es in Hamburg bislang nur fünf Wasserstoff-Tankstellen gibt, empfindet Michael Niemann jedoch als kleinen Nachteil. Die nächste befindet sich in Groß Borstel in der Nähe des Flughafens. „Das ist für mich okay, auch wenn man etwas weniger flexibel ist.“ Dafür profitiere er ja von vielen Vorteilen. Dazu gehört auch, dass er sein Wasserstoffauto an allen öffentlichen Hamburger Parkautomaten und E-Ladeplätzen kostenfrei parken darf.

Was ist ein Wasserstoffauto?

Seinen Antrieb erhält ein Wasserstoffauto aus einer sogenannten Brennstoffzelle, die während der Fahrt elektrischen Strom aus Wasserstoff erzeugt. Als „Abfallprodukt“ entsteht lediglich reines Wasser.
Als umweltfreundlich und emissionsfrei gelten Wasserstoffautos (aber) erst dann, wenn der Wasserstoff durch Elektrolyse aus erneuerbaren Energien und nicht aus Erdgas gewonnen wird. In Deutschland gibt es aktuell knapp 100 Wasserstofftankstellen, die alle von „H2 Mobility“ betrieben werden.

Aus dem „Auspuff“ kommt lediglich klares, destilliertes Wasser
Aus dem „Auspuff“ kommt lediglich klares, destilliertes Wasser

Auch interessant