15. Januar 2022
Niendorf

Bezirksamtsleiter Kay Gätgens: „Wir haben viel vor“

Verwaltungschef im Interview Schwerpunkte sind das „Klimaschutzkonzept“ und das „Soziale Leitbild“

Bezirksamtsleiter Kay Gätgens blickt optimistisch in die Zukunft Foto: BA Eimsbüttel

Bezirksamtsleiter Kay Gätgens blickt optimistisch in die Zukunft Foto: BA Eimsbüttel

NIENDORF/LOKSTEDT/SCHNELSEN Der neue A-7-Deckelpark, ein Klimaschutzkonzept, Millionen-Investitionen in Radwege und RISE-Fördermittel für Schnelsens Zentrum – die Themen im Bezirk Eimsbüttel für 2022 sind vielfältig. Bezirksamtsleiter Kay Gätgens spricht im Interview mit Katrin Hainke, freie Mitarbeiterin des Niendorfer Wochenblatt, über geplante Maßnahmen und Highlights für dieses Jahr.

NIENDORFER WOCHENBLATT: Herr Gätgens, welche großen Themen stehen auf der Agenda?
KAY GÄTGENS: Wir haben viel vor. Ein Höhepunkt ist natürlich die Eröffnung des A-7-Deckelparks im Frühjahr. Die Sportanlage Sachsenweg in Niendorf wird als eine von vier Sportstätten im Bezirk modernisiert. In wenigen Monaten ist die Veloroute in der Paul-Sorge-Straße und der Niendorfer Straße fertig. Insgesamt investieren wir rund 15 Millionen Euro in die Radwege im Bezirk. Als Ganzjahresradfahrer freue ich mich darüber natürlich besonders. Im
Übrigen ist das auch ein guter Beitrag zum Klimaschutz.

NW: Welchen Stellenwert hat das Thema Klimaschutz im Bezirksamt?
GÄTGENS: Einen sehr hohen. Mit dem „Integrierten Klimaschutzkonzept“, das in den nächsten Wochen beschlossen wird, schaffen wir sogar einen Klimaschutz-Meilenstein im Bezirk. Darin enthalten sind 60 Maßnahmen, die unter anderem auch aus einer Bürgerbeteiligung aus 2021 resultieren. Konkret sind das zum Beispiel das Verkehrslabor für ein autoärmeres Quartier in der Grelckstraße und klimaschonende Maßnahmen im Bezirksamt. Es soll zudem eine
klimaneutrale Försterei geben.

NW: Das Thema ist neu: Wie kann die Försterei denn klimaneutral werden?
GÄTGENS: Für uns ist es naheliegend und sinnvoll, die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit direkt im Niendorfer Gehege umzusetzen. Ohne jetzt schon zu viel zu verraten, wird die Revierförsterei unter anderem eine Photovoltaikanlage erhalten und mit E-Lastenrädern und einem kleinen E-Lkw ausgestattet.

NW: Nicht nur beim Klimaschutzkonzept, sondern auch beim „Sozialen Leitbild“ durften die Bürger/ -innen mitreden. Wie geht es hier weiter?
GÄTGENS: Als erster Bezirk in Hamburg entwickeln wir mit dem „Sozialen Leitbild“ eine Vorstellung davon, wie wir künftig zusammenleben möchten, wie wir den sozialen Zusammenhalt stärken können und welche Infrastruktur wir dafür brauchen. Nach der Beteiligung der erwachsenen Bürger ist jetzt noch die Meinung von Kindern und Jugendlichen gefragt. Das Besondere dabei wird sein, dass wir explizit auch Kids mit Handicap und Behinderungen ansprechen.

NW: Ein wichtiger Aspekt des sozialen und auch des räumlichen Leitbilds „Eimsbüttel 2040“ ist die Stärkung der Stadtteilzentren. Was passiert hier 2022?
GÄTGENS: Die Pandemie hat uns nochmals vor Augen geführt, wie wichtig die Zentren in den Stadtteilen sind – als Orte zum Einkaufen, der Begegnung und des Austausches. Ich glaube daher fest an die Zukunft der Stadtteilzentren. In Schnelsen tätigen wir in den kommenden Jahren mit RISE-Fördermitteln hohe Investitionen zur Stärkung und Attraktivierung der Bereiche Frohmestraße und Burgwedel. Ab März wird hier ein Gebietsentwickler tätig sein und unter Berücksichtigung der Wünsche der Bürger entsprechende Maßnahmen entwickeln.
Den Tibarg stärken wir mit einem neuen Dienstleistungszentrum. Ende des Jahres soll dafür das Wettbewerbsverfahren abgeschlossen sein.

NW: Sie spielen auf Corona an: Wie ist die Lage im Bezirk?
GÄTGENS: Unser Gesundheitsamt war und ist gut aufgestellt. Nach zwei Jahren Pandemie haben wir dabei gelernt, dass Corona immer für eine „Überraschung“ gut ist. Lange Zeit waren unsere Zahlen im hamburgweiten Vergleich niedrig, aktuell schnellen sie aber auch in Eimsbüttel steil nach oben. Einmal mehr appelliere ich daher an alle Menschen, sich impfen zu lassen. Dafür gibt es im Bezirk mittlerweile gute Angebote.

NW: Ihre persönliche Einschätzung: Wie geht es weiter mit Corona?
GÄTGENS: Natürlich kann ich nicht vorhersagen, wie lange uns die Pandemie noch in Atem hält. Ich versuche aber positiv und optimistisch zu bleiben. An dieser Stelle passt vielleicht mein privates Highlight des letzten Sommers: ein Jan-Delay-Konzert unter freiem Himmel bei ungezwungener Stimmung. Das zuversichtliche Motto „Alles wird gut“ nehme ich auch in dieses Jahr mit.

NW: Vielen Dank für das Gespräch!

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