22. Mai 2021
Ausgabe Niendorf

Mietpreise stagnieren

Ohmoor-Schülerschaft untersucht den Hamburger wohnungsmarkt

Die Auswertung zeigt: je zentraler die Wohnung, desto höher der MietpreisGrafik: GeografieKurs/Ohmoor

Die Auswertung zeigt: je zentraler die Wohnung, desto höher der MietpreisGrafik: GeografieKurs/Ohmoor

NIENDORF Wer in Hamburg eine Wohnung mieten möchte, zahlt durchschnittlich 13,40 Euro pro Quadratmeter: Im Vergleich zum Vorjahr ist kein Anstieg zu verzeichnen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Wohnungsmarktuntersuchung von Schülern/-innen des Gymnasiums Ohmoor.

Bereits seit 35 Jahren analysieren Oberstufenschüler des Wahlkurses Geografie den freien Hamburger Mietwohnungsmarkt. Dafür erfassten dieses Jahr die 21 Teilnehmer unter der Kursleitung von Charlotte Sponholz und Anleiter Christopher Gnann zunächst Wohnungsinserate auf diversen Internetplattformen sowie einen anonymisierten Datenbankauszug der Immowelt AG. Insgesamt 7136 Mietwohnungsangebote für die Monate Februar und März, darunter 4832 aus Hamburg wurden dann stadtteilbezogen unter die Lupe genommen.

Projektsprecher Levin Akcay des Geografie-Wahlkurses vom Gymnasium Ohmoor Foto: privat
Projektsprecher Levin Akcay des Geografie-Wahlkurses vom Gymnasium Ohmoor Foto: privat

„Die Schüler haben gelernt, aus nackten statistischen Zahlen thematische Karten anzufertigen, diese zu interpretieren und räumliche Interaktionen aufzudecken“, sagt Projektleiter Carl-Jürgen-Bautsch. Das alles sei weit entfernt von einer klassischen Vorstellung des Fachs Erdkunde.

Für unsere Stadtteile gibt es folgende Ergebnisse: Während sich die Mietpreise in Niendorf mit einem Aufwärtstrend auf dem Hamburger Durchschnittslevel befinden, liegen sie in Schnelsen etwas darunter und in Lokstedt mit 14,50 bis 16 Euro/m² im Schnitt deutlich höher. Insgesamt gab es in den drei Stadtteilen mit jeweils 70 bis 89 freien Mietwohnungen überdurchschnittlich viele Angebote.Neben der Hamburger Preis-Stagnation fällt in der Auswertung auch auf, dass die Mieten in den Umlandkreisen um 2,6 Prozent auf 9,81 Euro/m² gestiegen sind.

„Erklären lässt sich das mit dem Zuzug von Menschen, die sich die Mieten in Hamburg nicht mehr leisten können und vermehrt Wohnraum in der Metropolregion nachfragen“, vermutet Siegmund Chychla, Vorsitzender Mieterverein zu Hamburg: „Die aktuelle Atempause in Hamburg dürfte dagegen überwiegend auf die Corona-Pandemie und das schwindende Zahlungsvermögen zurückzuführen sein.“ Er hebt zudem hervor, dass die von den Schülern ermittelte Neuvertragsmiete rund 55 Prozent über der Durchschnittsmiete des Hamburger Mietenspiegels von derzeit 8,66 Euro liege. „Die Studie belegt, dass das Instrument der 2015 eingeführten Mietpreisbremse leer läuft. Ohne weitere Regulierung wird es auch künftig nur einen Weg für die Mieten geben: nach oben!“, fürchtet Chychla.

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