10. Juli 2021
Lokstedt

In Lokstedt wird nachverdichtet

Großer Frust der Anwohner nach langer Debatte

Am Rimbertweg sollen vier- bis zu fünfgeschossige Neubauten entstehen Foto: mf

LOKSTEDT Der Stadtplanungsausschuss hat den aktualisierten Bebauungsplan Lokstedt 67 beschlossen.

Das Wohnquartier zwischen Lohkoppelweg, Rimbertweg und Ansgarweg wird mit rund 220 neuen Wohnungen nachverdichtet. Auf der 4,2 Hek­tar großen Fläche planen die Lehrerbau und Buchdrucker Genossenschaften seit fünf Jahren, ihre Wohnungen aus den 1960er-Jahren um neuen Wohnraum zu ergänzen.

Aus den 2016 noch 80 geplanten Wohnungen sind nun 220 geworden. Das Planungsverfahren wurde von massiver Kritik von Anwohner/-innen begleitet, die eine „Nachverdichtung mit Augenmaß“ forderten. Als Streitpunkt bleibt nun die Befreiung der im B-Plan festgesetzten Geschossflächenzahlen südlich vom Rimbertweg. Der Frust bei den Anwohner/-innen ist groß: „Keine unserer Forderungen wurde berücksichtigt“, resümiert Sprecherin Deborah Schmalbach mit Blick auf die von Bürger/-innen vorgetragenen Bedenken auch hinsichtlich „der Grundwasserproblematik, ausreichender Stellplätze für Pkw, Berücksichtigung ausreichender Infrastruktur für Schulen, Turnvereine, Ärzte sowie des größtmöglichen Erhalts des alten Baumbestandes.“

Ein verheerendes Zeugnis stellt Anwohner/-innen-Sprecherin Schmalbach den Kommunalpolitikern aus: „Ein Stadtplanungsausschuss und eine Bezirksversammlung, die die berechtigten Bedenken der im Quartier lebenden Bürger über fünf Jahre vorgetragen bekommt und den einzigartigen und lebenswerten Charakter des Quartiers nicht beachtet, nur um die geforderten Wohnungszahlen zu erzielen, degradiert sich zu einem Erfüllungsgehilfen des Senats und ist in Wahrheit keine kommunalpolitische Interessensvertretung der Bürger Lokstedts und des Bezirks Eimsbüttel.“

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