25. Juni 2022
Lokstedt

Die Labor-Ergebnisse sind da

Erste Phase des Verkehrsversuches Grelckstraße ausgewertet

Weniger Verkehr machte die Grelckstraße nicht lebendiger Foto: mf

LOKSTEDT Die Bewertung der ersten Phase des Verkehrslabors Grelckstraße fällt bei Anwohner/-innen und Passant/-innen und den Gewerbetreibenden sehr unterschiedlich aus. Der Durchgangsverkehr stieg an und die Kommu-nikation über die Maßnahmen ist noch verbesserungswürdig.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Evaluation, die vor und begleitend zu der ersten Phase vom 22. Novem-ber 2021 bis zum 22. April dieses Jahres durchgeführt und am 20. Juni im Regional-ausschuss Lokstedt / Nien-dorf / Schnelsen (ReaLoNiS) von Vertreter/-innen des Forschungsprojektes Klima-freundliches Lokstedt und den ausführenden Planungsbüros vorgestellt wurden. Eine Verkehrszählung an zwei Tagen im August 2021 und im April 2022 ergab einen Rückgang des Kfz-Verkehrs um 70 Prozent an einem Werktag und 90 Prozent an einem Samstag. Kaum signifikant zeigte sich dies beim Radverkehr, was Referent Wolfgang Bohle (PGV-Alrutz Gbr) auf das sehr gute Sommerwetter gegenüber dem sehr schlechten Aprilwetter zurückführte. Seinen Ergebnissen nach stieg der Durchgangsverkehr im evaluierten Zeitraum gegenüber dem Zielverkehr. Sowohl vor als auch während der Versuchsphase lag die Parkraumbelastung bei rund 80 Prozent.

Somit zeigte der Entfall von Stellplätzen keinen Effekt auf die Parkraumauslastung. Sehr unterschiedlich bewerteten die befragten Anwohner/-innen und Passanten sowie Gewerbetreibenden den Versuch. Während letztere eine deutlich gesunkene Kundenfrequenz angaben und die Aufenthaltsqualität als schlecht bewerteten, sahen erstere eine leichte Verbesserung. Anders als die Gruppe der Anwohnenden und Passanten fühlten sich 58 Prozent der Gewerbetreibenden nicht gut über die Maßnahmen informiert.

Kerstin Walz vom Forschungsprojekt Lokstedt kam zu dem Ergebnis, dass zwar ein „gleichberechtigtes Miteinander“ durch die Verkehrsberuhigung gefördert worden, aber keine Belebung der Grelckstraße und keine weiteres Aneignung des Raumes zu beobachten sei: „Die Veränderung zur Verkehrsberuhigung ist ein sozialer Prozess, der eng begleitet werden muss“, resümierte die Wissenschaftlerin der Universität Hamburg. Wie schon seit Jahren bleibt der Wunsch nach einem Zentrum mit mehr Geschäften, mehr Anziehungspunkten, mehr Belebung und „niedrigschwelliger Gastronomie“ wie Eisdiele oder Bistro.

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