16. Juli 2022
Lokstedt

Bunter Blickfang am Bauzaun

Visionen für den öffentlichen Raum im Grandweg

Haben Visionen von Anwohnern visualisiert: Anna Clark und Malis Pruns (v.l.) von freinart Foto: mf

LOKSTEDT Wie ein Wimmelbild zieht sich das bunte, 1,70 hohe und 3,20 Meter breite Banner des Künstlerkollektivs freinart über den Bauzaun von Hamburg Wasser im Grandweg und gibt Passanten Einblicke in Wünsche und Visionen für den öffentlichen Raum.

„Cool, ein Ganzkörper-Tatoo!“, so kommentiert ein Betrachter eine Figur, die er gerade entdeckt hat. Zu sehen sind aber auch Swimmingpools auf der Straße, fliegende Autos und viel Spielfläche.

Was die Straße alles sein könnte, zeigt das Kunstwerk, das in Zusammenarbeit des Forschungsprojektes Klimafreundliches Lokstedt und den Lokstedter Künstlerinnen Malis Pruns und Anna Clark von freinart entstanden ist.

Inspiriert wurde die künstlerische Umsetzung von Anregungen der Anwohner und Anwohnerinnen. Dabei kam es im Vorwege zu Kritik, dass Senioren und mobilitätseingeschränkte Menschen nicht ausreichend berücksichtigt würden (das Wochenblatt berichtete). Dieser Aspekt ist mit Menschen im Rollstuhl oder mit anderen Hilfsmitteln von den Künstlerinnen aufgenommen worden: „Die Themen Mobilität und Begegnung waren den Menschen sehr wichtig“, erzählt Malis Pruns.

Für zukünftige Projekte wünscht sie sich, die Anwohner noch besser abzuholen: „Es ging ja darum, Utopien zu entwickeln. Das konnten wir nicht so richtig transportieren, denn die Menschen äußerten vorwiegend ihre Sorgen vor Einschränkungen statt Visionen von Freiheit“, sagt Pruns und fragt: „Wie schaffen wir es, wieder mehr zu träumen?“

Uwe Reimer von der Zukunftswerkstatt Lokstedt (ZWL) wünscht sich etwas Konkreteres und fragt: „Warum gibt es kein Zusammenspiel zwischen Tief- und Gartenbau? Wir hätten gern den Boden mit Urban Gardening verschönert.“

Wer beim Betrachten des Banners ins Träumen kommt und Ideen hat, wie öffentliche Räume aussehen könnten, wenn alles möglich wäre, kann mittels QR-Code am Bauzaun noch mitmachen: „Menschen können niedrigschwellig den Kontakt mit den Künstlerinnen und dem Projekt aufnehmen“, verspricht Felix Zimmer vom Forschungsprojekt, das seine Geschäftsstelle in der Grelckstraße 11 hat.

Menschen mit Mobilitätsein-schränkungen durften bei der Utopie nicht fehlen Foto: mf

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