15. Januar 2022
Lokstedt

Anderen eine tolle Freude machen

Lokstedter gehen unter die Steinsammler

Sven Heuer, Liam und Stephanie Eggert haben Spaß an der Kunst auf Steinen Foto: cc

Sven Heuer, Liam und Stephanie Eggert haben Spaß an der Kunst auf Steinen Foto: cc

LOKSTEDT Wenn Sven Heuer und Stephanie Eggert gemeinsam unterwegs sind, haben sie meist schwere Jacken- oder Handtaschen. Warum? Die beiden Lokstedter sind Hobbykünstler, und in ihren Taschen befinden sich zahlreiche Steine.

Sie lieben es kleine, aber manchmal auch größere Steine zu bemalen und Andere damit zu beschenken. Seit Anfang 2020 haben sie dieses ungewöhnliche Hobby. Sie und inzwischen über 36.000 andere Mitglieder, die sich bei der Facebookgruppe ElbStones angemeldet haben. „Der Grundgedanke bei ElbStones ist es, Steine zu bemalen und sie irgendwo auszulegen. Fremde Leute finden sie dann und freuen sich. Bestenfalls posten sie ihren Fund und legen ihn dann wieder woanders aus“, sagt Eggert, Stein-Künstlerin und von Beruf Ergotherapeutin.

Kunst auf kleiner Fläche

Spaß macht ihr und ihrem Freund Sven aber auch schon das Sammeln von geeigneten Objekten: „Meine Wohnung ist der reinste Steinhaufen“, lacht die 42-Jährige, „ich sammele überall Steine: im Wald, am Strand, im Urlaub oder auf dem Weg zur Arbeit, um sie später zu bemalen.“ Spaß hat sie aber auch an Fundstücken von anderen „Stonis“. Einige behält sie eine Zeit lang, bevor sie sie an anderer Stelle wieder „aussetzt“.

Mit Akrylstiften bemalt und lackiert landen die kleinen Kunstwerke von Sven und Stephi auf vielen öffentlichen Flächen in und um Lokstedt. Vor allem auch, um anderen eine Freude zu machen. „Erst macht das Malen, die Gestaltung und Ausführung zu Hause am Tisch viel Spaß. Wenn ich anschließend die bunten Steine zum Beispiel im Von-Eicken- oder Amsinck-Park oder auch im Niendorfer Gehege auslege, freue ich mich darüber, anderen eine Freude zu machen“, sagt Sven Heuer, seit knapp zwei Jahren bei den ElbStones. „Ich bin Geocacher und sowieso viel draußen unterwegs. Als ich Anfang 2020 meinen ersten Stein mit einer Karikatur ähnlich Mr. Bean darauf fand, habe ich erst mal geguckt: Was ist das überhaupt? Ich habe ein bisschen recherchiert und fand heraus, was es damit auf sich hat“, erzählt der Schilder- und Lichtreklamehersteller. Auf der Rückseite der Steine befindet sich ein Hinweis auf den Künstler und die dazugehörige Facebookgruppe. In Deutschland gibt es inzwischen über 1000 Gruppen. Auch ohne Gruppe ist das Bemalen und Auslegen von Steinen natürlich möglich, aber „durch die Gruppe kann man Feedback bekommen und möglicherweise an der Freude des Finders teilhaben“, so Heuer. „Ich habe Freude am Gestalten sowie daran, anderen eine Freude zu machen, und eine Reaktion auf meine Kunst freut mich besonders.“

Seine Kunstwerke sind übrigens auch – für Lauffaule – unter @hoyas_art bei Instagram zu finden.

ElbStones-Regel
Die Gruppe wurde 2018 von Silke Schippmann in Lauenburg (an der Elbe) geründet. Steine können bemalt und anschließend „irgendwo in der Stadt ausgesetzt werden“, so die Gruppen-Info. „Andere finden diese, freuen sich und legen sie an anderer Stelle später wieder aus.“ Wichtig: Bitte NICHTS auf die Steine kleben, das könnte Tieren und der Umwelt schaden.

Kleine Fläche, große Kunst: Ob Muster, Gestalten oder Gegenstände, auf der kleinen Fläche hat fast alles Platz
Kleine Fläche, große Kunst: Ob Muster, Gestalten oder Gegenstände, auf der kleinen Fläche hat fast alles Platz Foto: cc

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