30. Juli 2022
Eimsbüttel

Handwerk fürchtet Abwanderung

Bewohnerparkzonen gelten nicht für Betriebsfahrzeuge

Für Handwerkerfahrzeuge gilt der Bewohnerparkausweis nicht  Foto: mf

EIMSBÜTTEL In Eppendorf, Hoheluft-Ost und Hoheluft West sind Bewohnerparkzonen geplant (das Wochenblatt berichtete). Ansässigen Handwerker/-innen bereitet das Sorgen, denn Betriebe gelten juristisch nicht als Bewohner und können deshalb auch regulär keine Parkausweise bekommen.

Zwar sind Ausnahmegenehmigungen möglich, doch würden diese nach Beobachtungen der Handwerkskammer „eher restriktiv und in der Regel nur für weniger Fahrzeuge erteilt als für die Sicherung des Betriebs am Standort notwendig wären.“ Nur wenn alle betriebsnotwendigen Fahrzeuge am Betriebssitz parken dürfen, könne eine Abwanderung verhindert und die gelebte Vielfalt im Quartier erhalten bleiben. Die Handwerkskammer appelliert deshalb an die Stadt, erst einmal eine zielgruppenspezifische Lösung zu entwickeln, die den betrieblichen Bedarfen ge-recht wird, bevor sie weitere neue Bewohnerparkgebiete einrichtet.

„Bewohnerparkge-biete haben ihren Sinn. In der heutigen Form entfalten sie aber auch eine negative Lenkungswirkung, die Hand-werksbetriebe aus den Quar-tieren vertreibt, dem Leit-bild der nutzungsgemischten Stadt entgegenwirkt und die Stadt Gewerbesteuern kos-tet“, erklärt Hjalmar Stem-mann, Präsident der Hand-werkskammer Hamburg und befürchtet: „Konterkariert werden zugleich verkehrs- und klimapolitische Ziele, weil eine Verdrängung der Betriebe in die Außenbezirke oder gar aus Hamburg heraus nicht weniger, sondern mehr Verkehr nach sich zieht.“

Stemmann verweist auf den Masterplan Handwerk 2030, in dem Senat und Kammer gemeinsam festgeschrieben hätten, dass alle betriebsnotwendigen Fahrzeuge am Betriebssitz im Bewohnerparkgebiet parken könnten: „Dieser Zusage müssen jetzt schnell Taten folgen.“

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