30. Juli 2022
Eimsbüttel

Bald schwimmen ohne Bikini-Oberteil?

Antrag beschlossen Schnelle Änderung nicht in Sicht

Die Eimsbütteler Politik hat sich klar für Oben ohne in Eimsbüttels Schwimmbädern ausgesprochen Foto: Bäderland Hamburg

EIMSBÜTTEL Der viel diskutierte Antrag der SPD (und auch der Grünen) „Oben ohne für alle“ in Eimsbüttels Schwimmbädern wurde jetzt im Hauptausschuss der Bezirksversammlung beschlossen.

Bei Enthaltung der CDU und einer Gegenstimme der Afd stimmte die große Mehrheit der Delegierten dafür, dass das Baden mit freiem Oberkörper künftig ausdrücklich für alle Gäste erlaubt ist. „Es ist höchste Zeit für eine gerechte und moderne Kleiderordnung, die keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern macht“, äußert sich Antragstellerin und SPD-Bezirksabgeordnete Paulina Reineke-Rügge: „Wir freuen uns über das eindeutige Votum der Eimsbütteler Politik. Nun geht es darum, die Badeordnung anzupassen und endlich Klarheit zu schaffen, damit Gäste und auch die Bäder sich künftig an eindeutigen und zeitgemäßen Regeln orientieren können.“

Mehrheitsmeinung respektieren

Ob eine entsprechende Regelung tatsächlich umgesetzt wird, bleibt vorerst aber noch offen. Aktuell wird sich erst einmal die zuständige Fachbehörde mit dem Thema befassen. Außerdem hat auch Bäderland Hamburg als Betreiber der Eimsbütteler Schwimmbäder ein Wörtchen mitzureden. „An unserer Position hat sich nichts geändert“, betont Bäderland-Sprecher Michael Dietel. „Der Oben-ohne-Wunsch entspricht derzeit nicht der Meinung der Mehrheit der Bürger/-innen. Das gilt es zu respektieren.“ Es gebe zudem keine Veranlassung, die Hausordnung zu ändern. Diese besagt, dass in den Nassbereichen übliche Badekleidung zu tragen sei.

Zum aktuellen Zeitpunkt bedeute „üblich“ im Hinblick auf die gesellschaftlichen Normen (noch) nicht, dass Frauen ihre nackte Brust zeigen dürfen, erklärt Dietel weiter. Bäderland selbst habe darüber hinaus bislang noch nie Beschwerden oder Wünsche in diese Richtung von den Badegästen erhalten.
Der beschlossene Antrag kann jetzt aber der Anfang einer breiten gesellschaftlichen Debatte sein. Mit einer zeitnahen Änderung ist jedoch nicht zu rechnen.

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