10. April 2021
Lauenburg

Elbbrücke drei Tage lang gesperrt

70 Jahre altes Bauwerk wird geflickt. Ausweichverkehr durch Geesthacht

Die Lauenburger Elbbrücke hat die Zustandsnote 4 erreicht, die schlechteste Beurteilung, die in Deutschland vergeben wird. Im Sommer wird zunächst wieder notdürftig geflickt und an den verrosteten Stahlbauteilen gearbeitet Foto: Richel

Die Lauenburger Elbbrücke hat die Zustandsnote 4 erreicht, die schlechteste Beurteilung, die in Deutschland vergeben wird. Im Sommer wird zunächst wieder notdürftig geflickt und an den verrosteten Stahlbauteilen gearbeitet Foto: Richel

LAUENBURG/GEESTHACHT/SCHWARZENBEK Im Feierabendverkehr rollen Autos Stoßstange an Stoßstange über die Lauenburger Elbbrücke. Doch bald müssen sich die Pendler wieder durch Geesthacht drängeln. In den Sommerferien wird die Brücke mindestens drei Tage hintereinander wegen Bauarbeiten voll gesperrt. Ärgerlich, zumal es in den vergangenen Jahren immer nur Flickwerk gab, um die 70 Jahre alte Brücke zu retten. Die geplante Grundsanierung des Bauwerks liegt noch in weiter Ferne.

Es war eine faustdicke Überraschung im November vergangenen Jahres: Künftig soll es in Lauenburg eine zweite Elbbrücke geben – und zwar nur für den Straßenverkehr. Über die derzeitige Brücke werden dann ausschließlich Personen- und Güterzüge fahren. Doch das kann noch viele Jahre dauern, die Planung für die neue Elbquerung ist noch nicht einmal angelaufen. Bis dahin kann die Deutsche Bahn die Hände aber nicht in den Schoß legen, denn die alte Brücke ist marode.
Sie hat bei der letzten routinemäßigen Untersuchung im Herbst 2019 die Zustandsnote 4 erreicht – und damit das schlechteste Ergebnis, das Brücken in Deutschland überhaupt erreichen können. Von den über 25.700 Eisenbahnbrücken sind nach Angaben der Bahn nur vier Prozent in dieser schlechtesten Kategorie.

„Für die Nutzung sicher“

Sorge um die Sicherheit der Brücke müsse trotzdem niemand haben. Die Zustandsnote treffe keine Aussage über die Betriebssicherheit, heißt es vonseiten der Bahn, sondern lediglich darüber, ob weitere Investitionen sinnvoll seien, oder gleich ein Ersatzbau wirtschaftlicher. „Selbst Brücken der schlechtesten Zustandskategorie sind für die Nutzung des Eisenbahnbetriebs sicher, sonst würde gar kein Betrieb zugelassen“, versichert eine Sprecherin. Bereits 2009 bescheinigte ein Gutachten der Lauenburger Elbbrücke „erhebliche Spannungsüberschreitungen“.

Nachdem während der vergangenen Baumaßnahmen meist eine halbseitige Sperrung genügte, ist in den Sommerferien eine dreitägige Vollsperrung unausweichlich. Zunächst werden die verrosteten Stahlbauteile und Brückenlager instandgesetzt. Ende nächsten Jahres ist dann eine Instandsetzung des Gehweges geplant. Außerdem werden die Entwässerungsläufe erneuert, ebenso der Straßenbelag. „Wir stehen mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr im ständigen Dialog. Straßensperrungen werden im Vorwege mit den zuständigen Behörden abgestimmt“, teilt die Bahn auf Nachfrage mit.

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