3. April 2021
Klein Borstel

Umweltschützer im Wartestand

Unternehmen klagen gegen Regenwaldschützer

Schutz

Powerfrauen für den Regenwaldschutz: Vereinsvorsitzende Bettina Behrend und Marianne Klute Foto: Haas

KLEIN BORSTEL Noch warten Bettina Behrend und Marianne Klute, Vereinsvorsitzende von „Rettet den Regenwald“, auf ein Urteil. Im Januar begann ein Prozess vor dem Landgericht Hamburg, die Entscheidung über seinen Fortgang steht noch aus.

Streitobjekt ist ein an Siemens und Nordex adressierter Brief, in dem der Verein die Regenwaldvernichtung in Papua angeprangert hatte: die Rodung für die Anlage neuer Palmölplantagen und das Verbrennen von Restholz. Klägerin ist die Firma Kenertec für einen Geschäftspartner aus der Korindo-Gruppe. Internationale Studien werfen der Gruppe die massive Vernichtung von Regenwald sowie Verletzung der Rechte indigener Völker in Papua und Nord-Molukken vor.

So einfach sei es nicht, Umweltschützer anzuklagen, betont Bettina Behrend. Kenertec hatte auch eine Umweltorganisation in den USA verklagt. Auch ob Kenertec überhaupt klageberechtigt ist, sei noch zu klären. Angesichts des umfangreichen Beweismaterials genüge es nicht, gelegte Feuer schlicht zu leugnen, erklärt Prof. Dr. Roger Mann, der von den Umweltschützern beauftragte Anwalt. Ob man sich außergerichtlichen einige, wie das Gericht anregte? „Wir werden sehr genau prüfen, ob wir uns darauf einlassen können“, so Bettina Behrend. Schließlich schaffe Korindo in Papua rücksichtslos weiter Fakten.

„Wir werden die Gerichtsverhandlung dazu nutzen, die Regenwaldvernichtung noch stärker ins Licht der Öffentlichkeit zu bringen“, betont Indonesien-Expertin Marianne Klute. Engagiert und streitbar setzen die beiden Powerfrauen das Werk von Reinhard Behrend fort. Der Vereinsgründer erlag am 5. Juni 2020 einem Krebsleiden.

www.regenwald.org

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