17. April 2021
Horn

Zwischen gestern und heute

Woche des Gedenkens mit zahlreichen Veranstaltungen

Foto: wb

BILLSTEDT/HORN Die Woche des Gedenkens im Bezirk Mitte wird erstmals „regulär“ vom 20. April bi 8. Mai stattfinden. 2020 war die vornehmlich auf die NS-Zeit in Hamburgs Kerngebiet bezogene Veranstaltungsreihe wegen des ersten Lockdowns ausgefallen, wurde aber auf die ersten beiden November-Wochen verlegt und fand weitgehend virtuell statt.

Das bedauerten die Verantwortlichen rückblickend aber nicht grundsätzlich, wurde die große Beteiligung gerade junger Menschen doch ausdrücklich auf die digitalen Formate zurückgeführt. Zahlreiche jüngere Menschen wirkten auch an dem Interview-Projekt „Familiengeschichten aus der NS-Zeit“ mit, welches im Januar den Bertini-Preis erhielt.

Nach jetzigen Planungen werden während der Gedenkwochen 26 digitale und 16 Präsenzveranstaltungen stattfinden. Die beteiligten Initiativen und Einrichtungen präsentieren sich mit Führungen, Theater- und Filminszenierungen, Lesungen, Gesprächsrunden und Workshops, die außer der historischen Erinnerung auch „aktuelle Tendenzen und Problematiken“ beleuchten. Davon zeugen etwa die praktische (Online-)Übung: „Wie begegne ich Hass im Netz?“ (28. April) oder der Online-Workshop „Antisemitismus in Sprache: Sensibilisieren und Perspektive wechseln“ (29. April). Die zentrale Gedenkveranstaltung am 3. Mai, Tag der Befreiung Hamburgs von der NS-Herrschaft vor 76 Jahren, wird im Innenhof des Museums für Hamburgische Geschichte vorab aufgezeichnet.

Die ständig aktualisierte Website https://gedenken-hamburg-mitte.de verfügt
über umfängliche Hinweise und Informationen allgemein zur Thematik und insbesondere zu allen Veranstaltungen und Initiativen

kinder vom bullenhuser damm
Zur Erinnerung an den Jahrestag der Massenermordung durch SS-Verbrecher in der Nacht vom 20. auf den 21. April 1945 in der Schule am Bullenhuser Damm finden am Dienstag, 20. April, eine digitale Gedenkfeier und ein Gedenkgottesdienst statt. Zu den Opfern zählten 28 erwachsene Gefangene des Konzentrationslagers Neuengamme – 24 sowjetische KZ-Häftlinge, zwei inhaftierte französische Mediziner sowie zwei niederländische Krankenpfleger – sowie 20 jüdische Kinder aus Polen, Italien, Frankreich, den Niederlanden und der Slowakei. An ihnen waren zuvor im KZ Neuengamme medizinische Versuche vorgenommen worden. (wb)

Gedenkfeier unter www.kinder-vom-bullenhuser-damm.de (Anmeldung: info@kinder-vom-bullenhuser-damm.de), 18 Uhr; Gedenkgottesdienst im Michel, Englische Planke 1 (ohne Anmeldung), 12 Uhr

 

Meryem Çelikkol repräsentiert bei der Gedenkveranstaltung am 3. Mai als Vorsitzende die Bezirksversammlung. Walter Jungleib (oben) gehörte zu den Nazi-Opfern am Bullenhuser Damm Fotos: wb

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