10. April 2021
Horn

Von Dorfidylle bis Hochhaussiedlung

Horner Geest: Fünf Entwürfe sind im Finale

Die Idee, rund um den Horner Geest Platz Hochhäuser entstehen zu lassen, stieß auf Skepsis Zeichnung: Baukontor Architekten

HORN Die Horner Geest rund um die Manshardtstraße soll bis zum
Jahr 2030 komplett neu gestaltet werden.

Um ein neues Zukunfts-Bild für das Quartier zu erstellen, wurden bei intensiver Bürgerbeteiligung Architekten und Landschaftsplaner beauftragt, sich des Stadtteils anzunehmen. Fünf finale Entwürfe wurden im Beisein von Oberbaudirektor Franz-Josef Höing und dem Leiter des Amtes für Stadt- und Landschaftsplanung, Michael Mathe, online vom Planungsbüros „TollerOrt“ präsentiert.

Die Ergebnisse zeigten überraschende Ideen: von einer Aneinanderreihung massiver Hochhauselemente an der U-Bahn-Station Horner Geest eines Züricher Architekten bis hin zu einem Beitrag eines dänischen Entwurfes mit einem idyllischen Reihenhaus-Ensemble gleich neben den Kleingärten an der Horner Rennbahn. Die Entwürfe der fünf Planungsteams sollen in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden und neben mindestens 3000 zusätzlichen bezahlbaren Wohnungen auch eine verbesserte soziale Infrastruktur und viele Grünflächen in das Viertel bringen, in dem immerhin 19.000 Menschen leben. Die Architekten waren sich trotz unterschiedlicher Vorstellungen einig, dass der Wohnungsbestsand der SAGA und der Genossenschaften, sofern erhaltenswert, bestehen bleiben und durch zusätzliche Neubauten ersetzt werden solle.

Viel Grün muss sein

Alle fünf Teams setzen einen besonderen Fokus auf viel Grün im Stadtteil, was durch bepflanzte Dächer, zusätzliche Baumreihen an der Manshardtstraße oder „luftiges Bauen“ erzielt werden soll. Viel Zuspruch bekamen im Rahmen der Präsentation deshalb auch die Ideen von kleinen Nachbarschaftsgärten, die in Innenhöfen angelegt werden sollen und Freizeitflächen zwischen den Neubauten. Aber auch ein gutes Miteinander soll durch soziale Angebote, im gesamten Quartier verteilt, und Gewerbeflächen in den Erdgeschossen gefördert werden. Etwas Kritik bekam der Vorschlag einer Extrem-Bebauung rund um den Horner Geest Platz – ähnlich einer Hochhaussiedlung. Die Manshardtstraße als urbanes Rückgrat stellten fast alle fünf Teams in den Fokus ihrer Planungen. Während der Vorschlag ein „Haus der Landschaft“ einzurichten, um
die Besonderheiten der Horner Geest aufzuzeigen, großen Anklang fand, waren andere
beteiligte Anwohner skeptisch, ob sich die bestehenden Gebäude im Quartier wirklich
in einem erhaltenswerten Zustand befinden.

Vor Allem aber setzen alle Teams auf eine Mobilitätswende im Stadtteil durch die Verlängerung der U4 um zwei Stationen in Richtung Horner Geest. Am 14. April wird nun eine Experten-Jury über die fünf Entwürfe entscheiden und diese für ein Zukunftsmodell weiterentwickeln.

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