17. April 2021
Horn

Unverzichtbarer Baustein

Uni-Studie bescheinigt Gesundheitskiosk großen Erfolg

Der Gesundheitskiosk gehört nach Billstedt Foto: Timm

BILLSTEDT Der Zugang ist einfach, die Hilfe kompetent und unkompliziert. Wer Arztbriefe nicht versteht, Rat in Sache Corona oder anderen Erkrankungen braucht, ist im Gesundheitskiosk am Bill-
stedter Marktplatz sehr gut aufgehoben.

Olga Schenk ist trotz Maske anzusehen, dass sie gern mit Menschen arbeitet. Die stellvertretende Gesundheitskiosk-Leiterin bittet in ihr Büro: Ein Wickeltisch mit einer Puppe, Malstifte für Kinder – die Atmosphäre hier ist höchstens auf den ersten Blick nüchtern, der Ton freundlich, eigentlich herzlich.

Wer den Entlassungsbrief aus dem Krankenhaus nicht versteht, bislang vergeblich auf eine Reha wartet oder mit der eigenen Krankheit nicht zurecht kommt, ist hier gut aufgehoben. Und das auch in mehreren Sprachen.

„Corona nimmt einen großen Raum ein“, sagt die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Zusatzstudium. Bis zu sieben Beratungssuchende kommen am Tag, die Kioskmitarbeiter sind eng mit Fachleuten im Stadtteil vernetzt, an die sie ihre Klienten weiterreichen können, wenn es notwendig ist. Auch das Thema Pflege spielt eine Rolle; zusätzlich gibt es in Corona-freien Zeiten ein rege nachgefragtes Kursusprogramm. Und dass man die Leute vom Gesundheitskiosk auf Veranstaltungen im Stadtteil immer wieder trifft, ist kein Zufall, sondern Absicht. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit dem Ärztenetz Billstedt-Horn, zu dem 61 Mediziner gehören.

Dass hier eine wichtige Arbeit gemacht wird, haben die Gesundheitskiosk-Experten jetzt aus berufenem Mund schriftlich. Die begleitende wissenschaftliche Studie aus der Uni Hamburg kommt zu dem Ergebnis, dass „nachweislich“ die Gesundheitsversorgung in Billstedt und Horn verbessert wird. Vermeidbare Einweisungen ins Krankenhaus sind um 19 Prozent zurückgegangen und das Krankheitsverständnis der Patienten ist gestärkt, heißt es in eine Kiosk-Information. Horner und Billstedter nähmen die ambulante Versorgung in ihren Stadtteilen im Vergleich zu anderen in Hamburg „knapp zweimal mehr pro Jahr in Anspruch“. Das HCHE hat außerdem herausgefunden, dass die „Zufriedenheit der Versicherten mit der Gesundheitsversorgung in Billstedt und Horn deutlich“ gestiegen ist.

Auch in Corona-Zeiten ist am Billstedter Marktplatz eine Menge los – auch in den Räumen des Gesundheitskiosks.

Gesundheitskiosk Billstedt Möllner Landstraße 18, T 414 931 10, Mo–Fr 8–18 Uhr. Es gibt Außenstellen in Mümmelmannsberg und Horn

 

Die Beraterin Olga Schenk spricht Deutsch,
Russisch und etwas Englisch Foto: Timm

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