30. April 2021
Hamm

Turbulenzen um den Hammer Lauf

Veranstaltung in den Mai verlegt. 350 Teilnehmer waren bereits angemeldet

Dieses Bild eines früheren Hammer Laufs wird es wohl auch bei dem (hoffentlich) nachgeholten Termin Mitte Mai nicht geben können Foto: Fraude

HAMM Der vor langer Zeit auf den 18. April terminierte 11. Hammer Lauf ist vom Veranstalter „BMS Die Laufgesellschaft mbH“ auf das Wochenende 14. bis 16. Mai verlegt worden.

„Obwohl wir davon überzeugt sind, dass eine rein digitale Umsetzung des Hammer Laufs der bestehenden Allgemeinverfügung und allen Verordnungen entsprechen würde, respektieren wir die Auffassung des Bezirks-amts Hamburg-Mitte, dass eine ‚organisierte Form des Laufens‘ derzeit nicht in die Zeit passe“, wurde den 350 angemeldeten Teilnehmern zwei Tage vor dem 18. April offiziell mitgeteilt.
Dabei war die „Laufampel“ – ein vom Veranstalter entwickeltes situationsbezogenes Corona-Konzept – schon auf die niedrigste, eben komplett digitale Stufe „Rot“ geschaltet worden: Danach können die Teilnehmenden ihre Lieblingsstrecke wählen und dann das Ergebnis hochladen. Der Veranstalter gibt in der Regel Distanzen und den zeitlichen Rahmen vor, stellt den Ergebnisdienst bereit und liefert gelegentlich Streckenvorschläge.
Die Entscheidung für eine Verschiebung des Laufs dürfte mit einem Zwischenfall eine Woche zuvor beim Wilhelmsburger Insellauf, der ebenfalls von BMS – noch mit der Ampelstufe „Orange“ – ausgerichtet wurde, im Zusammenhang stehen. Dort hatten Passanten die Behörden informiert, als sie Läufern mit Startnummern begegneten, worauf die Polizei den Lauf beendete. Während das Bezirksamt Mitte meint, dass eine solche Veranstaltung nicht genehmigungsfähig gewesen sei, argumentiert BMS, dass es gar keine Veranstaltung gegeben und somit auch nichts Genehmigungspflichtiges stattgefunden habe: Zwar seien Startnummern und Medaillen verschickt worden, es habe aber keinen gemeinsamen Start gegeben. So hätten sich die Läufer lediglich „individuell sportlich betätigt“, auch wenn es durchaus „Starthilfe“ gab, indem verschiedene Zeitfenster angeboten wurden. Das Bezirksamt wiederum prüft nun die Konsequenzen für „Veranstalter“ und Teilnehmer sowie die mögliche Verhängung von Bußgeldern.

Eine Konsequenz für den hoffentlich dann Mitte Mai stattfindenden Hammer Lauf könnte sein, dass dieser erstmals „entzerrt“ auf mehrere Tage verteilt durchgeführt wird und „vorsichtshalber“ auch keine Startnummern oder Zeitnahme mehr angeboten werden – ein noch niedrigschwelligeres Konzept, als es die „rote“ Ampel sowieso schon vorsah. Die Laufgesellschaft steht aktuell in „intensiven Gesprächen mit dem Gesundheitsamt“ des Bezirksamts Mitte, um die „Parameter für ‚Digitales Laufen‘ zu klären“, wie es in ihrer (Absage-)Erklärung an die Läuferinnen und Läufer heißt.

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