10. April 2021
Hamburg

Eisbaden für den guten Zweck

Hamburger stürzen sich in die kalte Elbe und sammeln Spenden

Baden

Katharina Lohse, eine der beiden Gründerinnen der „Eisbademeisters Hamburg“ ist stolz, dass sie es diesmal gut 10 Minuten im kalten Wasser ausgehalten hat Fotos: Gehm

HAMBURG Was für eine coole Aktion! Und noch dazu eine ziemlich kühle. Denn jede Woche einmal stürzen sich mutige Menschen am Strand von Övelgönne in die Elbe, um auf die Probleme von Obdachlosen aufmerksam zu machen und Spenden für sie zu sammeln.

Bei Schnee und Sturmflut, bei Niedrigwasser und Eiseskälte. Andrea de Luna, Katharina und Michael Lohse wollen mit der Aktion Zeichen setzen für den guten Zweck. „Wir springen für Wärme ins kalte Wasser“ lautet das Motto des Spendenprojekts „Eisbademeisters Hamburg“. Gemeint ist die Herzenswärme, mit der die Initiatoren und ihre mutigen Mitstreiter die Obdachlosenhilfe von Hanseatic Help unterstützen.

1025 beherzte Unterstützer der Initiative sind es diesmal, die sich in Badehose und Bikini in die Fluten stürzen. „Das Schlimmste sind immer die Füße“, sagt Andrea de Luna. „Es dauert Stunden, bis sie wieder warm werden. Länger als zwei Minuten halte ich es ohnehin nicht aus“, sagt die dreifache Mutter und Großmutter Andrea, die hauptberuflich als Erzieherin arbeitet und seit Beginn der Aktion am 29. Januar mit dabei ist. „Ich habe den Verein Hanseatic Help mitgegründet, bin im Kältebusteam von Alimaus und organisiere die Suppenküche „Dein Topf“. Es gibt genug für alle, es muss nur Menschen geben, die es zu den Menschen bringen.“

Die Hilfe geht auch im Sommer weiter

Auch Katharina und Michael Lohse tragen das Helfer-Gen in sich. Katharina, die im BG Klinikum Hamburg arbeitet: „Die Idee mit dem Eisbaden stammt aus Rostock. Zusammen mit Andrea, die ich durch meinen Einsatz bei

„Dein Topf“ kannte, beschloss ich, mit Eisbaden das Projekt von Hanseatic Help „Wärme geben“ zu unterstützen.“ Inzwischen organisiert Katharina die Aktion zusammen mit ihrem Mann Michael. „Die Spendendose wird jedes Mal mit 100 bis 500 Euro von Eisschwimmern und Zuschauern gefüllt. Zusammen mit Aufrufen über Social Media sind es jetzt schon 20.000 Euro.“ Besonders berührt hat Katharina ein Junge, der 20 Euro in die Spendendose steckte – sein
Taschengeld für den ganzen Monat.

Den gesamten April wollen die Eisbademeisters noch durchziehen – freitags oder samstags, je nach den Gezeiten. Und sich dann etwas anderes überlegen. „Wir werden die Menschen auch im Sommer weiterhin unterstützen.“ Während sich Andrea, Katharina, Michael und die anderen Eisbadenden jetzt auf eine warme Dusche zu Hause freuen, wartet auf obdachlose Menschen noch eine Zeit lang nur Kälte.

Facebook und Instragram: Eisbademeisters Hamburg. Spenden per Paypal an: eisbademeisters-hamburg@gmx.de, oder www.hanseatic-help.org

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