30. Juni 2021
Glinder Zeitung

Werben für ein gewaltfreies Leben

Informationen rund um StoP auf dem Glinder Wochenmarkt

Julia Eckert wird am Infostand von Tobias Reimann (l.) und Sven-Jan Schmitz unterstützt Foto: Schult

Julia Eckert wird am Infostand von Tobias Reimann (l.) und Sven-Jan Schmitz unterstützt Foto: Schult

GLINDE „Ich freue mich dass es wieder losgeht, dass man wieder direkt mit den Menschen reden kann“, sagt Julia Eckert. Die Koordinatorin des Projekts Stadt ohne Partnergewalt (StoP) macht mit einem Informationsstand beim Glinder Wochenmarkt auf ihre Angebote aufmerksam. Wie wichtig sie für die Stadt sind, lässt sich nur indirekt erkennen. Die Zahlen der Polizeieinsätze wegen häuslicher Gewalt haben sich nicht verändert berichtet sie. Die Pandemie habe bisher nicht zu einer Steigerung bei den Anzeigen geführt.
Die telefonische Hotline habe jedoch mehr Anrufe verzeichnet als vor der Pandemie. Und auch die Frauenhäuser seien vollständig belegt. Immer wenn es Lockerungen bei den Ausgangssperren gab, stieg dort die Zahl hilfesuchender Frauen. Ärzte hätten berichtet, dass sie mehr Gewaltopfer behandelt hätten und auch die Zahl der Scheidungsanträge sei weiterhin hoch, sagt Eckert.
In Glinde treffen sich jetzt wieder Menschen, die daran mitwirken wollen, dass Gewalt in Partnerschaften erkannt, gestoppt und verhindert werden kann. Der Frauenstammtisch kommt auf der Terrasse des Guthauses zusammen. Es geht darum, wie Nachbarinnen und Nachbarn bei häuslicher Gewalt einschreiten können und welche Methoden der Selbstbehauptung es gibt.

Termine vor Ort, aber auch online

Außerdem startet jetzt die Nähgruppe, die für alle offen ist. Frauen können dort eigene Projekte umsetzen oder Taschen nähen, die dann gegen eine Spende vergeben werden. Termine für die Treffen sind dienstags, 6., 13., 20. und 27. Juli jeweils von 18 bis 20 Uhr im Gutshaus. Eine eigene Nähmaschine muss mitgebracht werden, Anmeldungen und weitere Informationen bei Julia Eckert sind erforderlich.
Während die ersten persönlichen Begegnungen beginnen, wird aber auch auf Online-Angebote nicht verzichtet. So wird es eine weitere digitale Weiterbildung geben, die sich damit beschäftigt, wie sich Partnergewalt erkennen lässt und wie Hilfe für die Betroffenen angeboten werden kann. „Wir wollen Menschen ermutigen, Betroffene anzusprechen“. sagt Julia Eckert. Das ist oft schwer, denn das Thema ist mit Scham besetzt.
Gesucht werden zudem Männer, die sich für ein friedliches Zusammenleben in der Stadt einsetzen wollen. Sven-Jan Schmitz möchte eine Männergruppe aufbauen, in der unter anderem über den eigenen Umgang mit Wut und Gewalt gesprochen wird. Toleranz im Umgang miteinander selbstverständlich zu leben ist das Ziel der Aktiven. Dazu gehört auch Tobias Reimann, der eine Beratungsstelle für queeres Leben, für lesbische, schwule, bi-, trans- und intersexuelle Menschen anbieten möchte. Unterstützung bekommt er dabei vom Projekt StoP.

Weitere Infos und Anmeldung unter T 040 710 004 27 stop@gutshaus-glinde.de

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