22. September 2021
Glinder Zeitung

Wer kann die Laienspielgruppe retten?

Mitglieder suchen händeringend nach einem neuen Vorstand und aktiven Schauspielern

Mit dem Stück „Meister Anecker“ hat die LSG das Publikum 2018 begeistert: Meister Anecker (li., Heino Kramer) und sein Geselle Matten (Peter Weisenseel) in der Schuhmacherwerkstatt Foto: Rutke

Mit dem Stück „Meister Anecker“ hat die LSG das Publikum 2018 begeistert: Meister Anecker (li., Heino Kramer) und sein Geselle Matten (Peter Weisenseel) in der Schuhmacherwerkstatt Foto: Rutke

OSTSTEINBEK Aktuell steht es nicht gut um die Zukunft der Laienspielgruppe Oststeinbek (LSG): Bei der letzten Vorstandswahl am 16. August gab es keine Anwärter für einen Vorstandsposten. Der aktuelle Vorsitzende Jogi Wegener möchte nicht noch einmal antreten. Ohne Vorstand wird es die Theatertruppe nicht mehr geben.

Eigentlich hätte die LSG im April ihr 60-jähriges Bestehen feiern sollen. Coronabedingt war das nicht möglich. Statt sich auf die Zukunft zu freuen, steht die Theatertruppe nun aber kurz vor dem Aus: Es fehlen nicht nur Mitspieler, sondern vor allem Ehrenamtliche, die sich im Vorstand engagieren möchten. Unter den aktuell rund 150 Mitgliedern gibt es nur wenige aktive. Rund 40 nahmen an der Jahreshauptversammlung teil, ein passender Kandidat oder eine Kandidatin war nicht darunter.

Jogi Wegener hat seit acht Jahren den Vorsitz der Laienspielgruppe inne und möchte sich aus seinem Amt verabschieden. Der 64-jährige gehört der LSG seit 1998 an, möchte weiter mitspielen und würde auch gerne den neuen Vorsitzenden unterstützen. „Ich muss aber ein bisschen kürzer treten und auch auf meine Gesundheit achten“, erklärt er und betont, dass es keineswegs Unstimmigkeiten gibt. Außerdem ist Wegener zusammen mit seiner Frau für die beiden kleinen Enkel gerne und oft als Großvater im Einsatz.

Jogi Wegener ist nicht das einzige Vorstandsmitglied, das sich gerne in die zweite Reihe zurückziehen möchte. Auch der zweite Vorsitzende Klaus Grünitz (70), dessen Amtszeit im nächsten Jahr endet, möchte nach 42 Jahren im Vorstand aus Altersgründen aufhören.

Die Amtszeit des Vorsitzenden dauert vier Jahre. „Meine Amtszeit hat zwar geendet, aber ich mache kommissarisch bis Dezember weiter“, erklärt Wegener. Er hofft sehr, dass sich noch jemand meldet, denn sonst muss er Maßnahmen einleiten, die den Laiendarstellern gar nicht gefallen werden: „Wenn sich bis Dezember niemand findet, schicken wir Einladungen zur Auflösung der Laienspielgruppe raus“, sagt er.

Parallel gibt es aber auch Ideen, wie neue Mitglieder gewonnen werden könnten: Falls die Tatsache, dass die Stücke auf Plattdeutsch gespielt werden, ein Hindernis ist, könnte sich Wegener auch vorstellen, auf Hochdeutsch zu spielen. „Dafür wäre eine Satzungsänderung nötig, aber das würde man hinkriegen“, ist er sicher. Die Coronasituation mit der sehr langen Probenpause wirkt sich natürlich auch auf die Truppe aus. Hier kann sich der Vorsitzende vorstellen, zunächst nur ein statt bisher zwei Stücke pro Jahr einzustudieren. Auch eine Kooperation mit anderen Bühnen sei denkbar: „Man könnte Schauspieler ausleihen“, sagt er. So ließe sich auch das Männerproblem lösen: „Uns fehlen seit Jahren jüngere Männer, um in Paarstücken diese Rollen zu besetzen.“
Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Kindergruppe der Laienspielgruppe hat die Proben für ein Märchen der Gebrüder Grimm aufgenommen. Auf dem Spielplan steht in diesem Jahr „Aschenputtel“.

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