11. Mai 2022
Wentorf

Wohnraum wird dringend gesucht

Einwohnerzahl in Wentorf wird voraussichtlich bis 2035 merklich steigen

Der Wohnungsmarkt wird perspektivisch in Zukunft noch enger werden
Symbolfoto: GettyImages

WENTORF  Ein Projekt mit großem Nutzen für die Zukunft: Das Wohnungsmarkt-Monitoring soll bei der vorausschauenden Wohnraumplanung helfen. Nun gibt es neue Erkenntnisse für die Gemeinde Wentorf bei Hamburg.

Die Gemeinde hatte gemeinsam mit den Mittelzentrumsnachbarn Reinbek und Glinde bereits vor sieben Jahren die Leitlinien der „Strategie Wohnen“ beschlossen, zu deren Schwerpunkt die Einführung eines Wohnungsmarkt-Monitorings, zählt. Der Geschäftsführer der GEWOS Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH in Hamburg Fabian Maaß erläuterte im Planungs- und Umweltausschuss die inhaltlichen und methodischen Kernpunkte. Der Diplom-Geograf hat eine zunehmende Bedeutung des Mittelzentrums als Arbeitsstandort festgestellt. In Wentorf gibt es allerdings im Gegensatz zu den beiden anderen Mittelzentrumsgemeinden einen großen Auspendlerüberschuss. Der Zuzugsdruck bleibt bestehen, dabei sind nur wenige Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen verfügbar und kaum geförderter Wohnraum.

Der Wohnungsbestand in der Gemeinde ist geprägt von Einfamilienhäusern. Die Mietpreise, Eigenheim- und Grundstückspreise sind hoch, das Angebot niedrig. Maaß prognostiziert, dass die Einwohnerzahl bis 2035 um knapp 700 Personen steigen wird. Auch auf die veränderte Altersstruktur weist der Experte hin. Das größte Plus mit 24 Prozent ist bei den ab 80-Jährigen auszumachen. Im Mittelzentrum wird der Bedarf an Wohnungen steigen, allein in Wentorf rechnet er mit 510 Wohneinheiten und prognostiziert: „Bis 2035 werden etwa 200 Baufertigstellungen im Mittelzentrum nötig sein.“ Weil kaum noch geeignete Flächen zur Verfügung stehen, lautet sein Rat, Eigentümer anzusprechen und zu schauen, wo noch kleine Flächen zur Verfügung stehen. Die für geförderten Wohnraum im Mittelzentrum festgelegte Quote von 30 Prozent sollte umgesetzt und ein Mietspiegel für das Mittelzentrum eingeführt werden. Die Ergebnisse ermöglichen eine vorausschauende Planung. Zu diesem Zweck empfiehlt Maaß einen Runden Tisch Wohnungsbau mit möglichst vielen Akteuren.

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