20. Juli 2022
Wentorf

Was passiert jetzt mit dem Abrisshaus?

Fledermäuse stehen unter Artenschutz

Das Haus an der Hamburger Landstraße steht bereits seit längerer Zeit leer Foto: Möller

WENTORF    Eine Fledermauspopulation hat den geplanten Abriss eines verlassenen Hauses in der Gemeinde Wentorf vorerst auf Eis gelegt.

24 heimische Arten von Fledermäusen leben in Deutschland, zu den häufigsten zählt die kleinste, die bis zu rund fünf Zentimeter lange Zwergfledermaus, die eine Flügelspannweite von maximal 2,4 Zentimetern hat. Die seltenste ist die sieben Zentimeter lange Große Hufeisennase mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 Zentimetern. Alle Fledermäuse stehen unter Natur-, beziehungsweise Artenschutz. Wer die Tiere fängt, verletzt oder tötet oder ihre Fortpflanzungs- oder Ruhestätte beschädigt oder zerstört, muss in Schleswig-Holstein ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro zahlen. Auch beim Abriss von Häusern ist das zu beachten.

In der Umgebung des 1910 erbauten Hauses an der Hamburger Landstraße 30, in dem zuletzt eine Druckerei untergebracht war und das jetzt abgerissen werden soll, hat ein Anwohner wiederholt abends kreisende Fledermäuse beobachtet. Außerdem weiß er, dass dort Spatzen nisten. Aus Sorge um den Tierbestand hat er den Naturschutzbund informiert, der aufgrund fehlender zeitlicher und personeller Kapazitäten an die Untere Naturschutzbehörde des Kreises und die Naturschutzabteilung der Gemeinde verweist, an die entsprechende Beobachtungen gemeldet werden sollten. Die Untere Naturschutzbehörde hat den Eigentümer entsprechend informiert, denn nach Artenschutzrecht darf das Haus jetzt zunächst nicht abgerissen werden. Außerdem hat die Behörde eine Biologin beauftragt, die ein Gutachten erstellen soll. Erst dann wird sich herausstellen, wie es mit dem Haus weitergeht.

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