15. Juni 2022
Wentorf

„So einfach kann Verkehrswende sein“

ADFC und Politiker sprechen über Fahrradmobilität

Rad

Reiner Freund vom ADFC fordert einen Unterstand für Fahrräder am Rathaus Foto: Möller

WENTORF In kleinem Kreis befassten sich Mitglieder des ADFC und Vertreter der Politik beim zweiten Runden Tisch in Wentorf mit dem Thema Fahrradmobilität.

In einer Umfrage des ADFC bewerteten drei Viertel der 142 Teilnehmenden das Radfahren in Wentorf als „unsicher“ beziehungsweise „sehr unsicher“. „Die Kommentare weisen auf einen hohen Handlungsbedarf zur Verbesserung der Radwegesituation hin“, fasst der Vorsitzende der ADFC-Ortsgruppe Wentorf/Börnsen, Reiner Freund, zusammen. Jetzt soll geprüft werden, ob Stellen für die Koordination nachhaltiger Mobilität und Radverkehr in Wentorf und im Mittelzentrum finanzierbar sind. Der ADFC wies darauf hin, dass zum Beispiel zur Erstellung von Förderanträgen dringend ein Ansprechpartner in der Gemeinde benötigt wird. Mit der vom ADFC gewünschten größeren überdachten Fahrrad-Abstellanlage vor dem Rathaus sowie zwei kleineren Anlagen auf dem Casinopark und einer Selfservice-Reparaturstation sollen sich die zuständigen Ausschüsse demnächst befassen. „Uns schwebt ein solarbedachter Unterstand für circa 20 Fahrräder vor – platziert neben den beiden vorhandenen E-Auto-Ladesäulen auf dem Parkplatz vor dem Rathaus“, erklärt Reiner Freund.

Längere Diskussionen gab es um das vom ADFC angestrebte Radverkehrskonzept für Wentorf, das möglicherweise in die zweite Fortschreibung des Verkehrskonzepts integriert werden kann. Eine weiter aufs Auto zentrierte Sichtweise der Verkehrsentwicklung sei angesichts von verschärften Klimazielen und Notwendigkeiten der Energieeinsparung nicht zukunftsweisend, ist Freund überzeugt. Der ADFC fordert, dass sich der Planungs- und Umweltausschuss zu durchgehend Tempo 30 und einem teilweisen Überholverbot für Fahrradfahrer im Reinbeker Weg positionieren soll und Wentorf sich der Initiative Lebenswerte Städte und Gemeinden anschließt. Mit Blick auf den fahrradgerechten Ausbau der Infrastruktur in Utrecht und Houten in den Niederlanden macht er deutlich: „So einfach kann Verkehrswende sein, wenn der politische Wille und das Ziel klar sind. Wentorf macht sich erst jetzt auf den Weg, auf dem die besuchte Region mit viel gut investiertem Geld seit circa zwölf Jahren unterwegs ist.“ Der nächste Runde Tisch wird im Oktober stattfinden.

ADFC
Reiner Freund vom ADFC Foto: Möller

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