17. März 2021
Wentorf

Schüleraustausch ist überaus beliebt

Gut für Spracherwerb und interkulturelles Lernen

Diese Wentorfer Gymnasiasten gehörten 2016 zur Erasmus+-Delegation des Gymnasiums und waren zu Besuch im spanischen Aranjuez Foto: Möller

Diese Wentorfer Gymnasiasten gehörten 2016 zur Erasmus+-Delegation des Gymnasiums und waren zu Besuch im spanischen Aranjuez Foto: Möller

WENTORF Seit dem Schuljahr 2001/2002 pflegt das Gymnasium Wentorf auf Initiative der Lehrer Hannelore und Winfried Schiek Kontakt mit einer Partnerschule in den USA. Seither nutzten rund 180 Schüler die Möglichkeit zum Austausch.

2002 flog erstmals eine Gruppe Wentorfer Schüler nach Kalifornien und besuchte dort die Hilltop High School in Chula Vista. Der Gegenbesuch aus Amerika erfolgte ein Jahr später. Inzwischen engagiert sich Lehrer Norbert Koch, der während seines Studiums ein Jahr in Minnesota gelebt hat, für den Amerika-Austausch. Ein Schüler sagt im Rückblick: „Englisch wurde gesprochen (manchmal mehr in Zeichensprache), Lieblingsfilme ausgetauscht, über deutsche Geschichte diskutiert und über Essen, Weißbrot, Sandwiches und mexikanische Burritos wurden gekostet, Sonne wurde genossen, eine Kultur entdeckt, Menschlichkeit und Offenheit erlebt, Probleme und Sorgen wurden vergessen, Freiheit verspürt – und das Leben? Das wurde gelebt!“

Programm stark nachgefragt

„Wir denken, dass so ein Austausch eine tolle Erweiterung für den Sprach­erwerb sowie das interkulturelles Lernen darstellt“, sagt Schulleiter Matthias Schmidtke. „Zwei Wochen in einer amerikanischen Familie zu leben, kann man eben nicht in einem Reisebüro buchen. Die Nachfrage bei der Schülerschaft ist groß. Es finden Bewerbungen um diese Plätze mit Auswahlverfahren statt.“ Zuletzt waren 2019 Schüler aus San Diego nach Wentorf gereist, der Gegenbesuch der Wentorfer erfolgte im Februar/März 2020 – „kurz vor der Pandemie-Lage dort“. Der Gegenbesuch aus den USA wäre für das kommende Jahr vorgesehen. „Wir hoffen, dass die Möglichkeit dazu besteht“, so der Schulleiter.

Im Rahmen des Erasmus-Programms gab es außerdem Kontakte mit Schulen in Frankreich, Finnland, Spanien, Polen, Italien, Großbritannien und Dänemark, den Lehrer Ingo Steinweg-Whiteley initiierte und der inzwischen von Dr. Mario Fuhse koordiniert wird.

Die Weiterentwicklung der europäischen Integrationsidee war ein Motivationsgrund, der durch das Erasmus-Programm ermöglicht wurde, wie Schulleiter Matthias Schmidtke erläutert. „Das Treffen in Dänemark war im Januar 2020 das letzte im Rahmen von Erasmus, das noch stattfinden konnte.“ Denn Pandemie-bedingt musste die für Mai 2020 geplante Zusammenkunft in Finnland abgesagt werden. „Ein Nachfolgeprogramm für Erasmus ist unter den jetzigen Bedingungen gerade nicht planbar, wäre aber wieder unser Ziel.“ In der Zwischenzeit bleibt den Schülern nur die Möglichkeit, über digitale Medien Kontakt zu ihren Austauschpartnern zu halten.

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