17. November 2021
Glinder Zeitung

Weiter Ärger um die Bushaltestelle

Interessengemeinschaft kritisiert Vorgehen der Reinbeker Politiker

Teilweise stehen bis zu fünf Busse hintereinander an der Straße Wildkoppel Foto: Kuhlmann

Teilweise stehen bis zu fünf Busse hintereinander an der Straße Wildkoppel Foto: Kuhlmann

REINBEK Seit Jahren beschäftigt sich die Politik mit dem Umbau der Bushaltestelle am Landhausplatz. Nun landete das Thema erneut in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Barrierefreiheit, so hieß es zu Beginn der Planungen für einen Umbau der Haltestellen am Landhausplatz. Bis zum Jahr 2022 sollen nach der UN-Behindertenrechtskonvention alle Bushaltestellen barrierefrei sein. 2013 lag in der Politik ein erster Antrag auf dem Tisch. Doch bislang scheint kein tragfähiges Konzept zu überzeugen. Im Januar 2020 wurden in einem Fachworkshop Argumente für vier vorliegende Varianten zum Umbau zusammengetragen. Eine Interessengemeinschaft der Anwohner setzt sich hartnäckig dafür ein, den Busverkehr aus den Wohnstraßen zu bringen. „Seit 2007 müssen wir die Belastungen durch den immer weiter angestiegenen Busverkehr ertragen, dabei hatte die Verwaltung versprochen, dass es ein Provisorium sein sollte“, beklagt Wilfried Völter (73) von der Interessengemeinschaft Bushaltestelle Landhausplatz (IGBL). Im Bauausschuss sollten die vier vorliegenden Varianten nun dargestellt werden. Die IGBL hatte längst eine weitere Version an die Politik übermittelt. „Wir vermissen diese Variante unter den Alternativen“, sagt Völter in der kommunalpolitische Fragerunde. Und er hinterfragt: „Warum scheinen die Belange der Bürger hier keine Rolle zu spielen?“.

Jetzt soll auch die IGBL gehört werden

Der Vertreter der IGBL zählt erneut die Vorteile auf, die sich aus IGBL-Sicht in ihrer Variante wiederfinden: „Mit unserem Verkehrskonzept erreichen wir, dass der Landhausplatz wieder für die Bürger da ist und nicht verkehrsgefährdend durch Bustrassen zerstört wird. Auch der ortsprägende Baum und die Fußgängerquerungen können erhalten bleiben.“ Zudem würde ihrer Auffassung nach die Attraktivität der Innenstadt und des Einzelhandels durch zusätzliche Parkplätze gefördert. Christoph Kölsch (CDU) lädt ebenso wie Markus Linden (Grüne) die Interessengemeinschaft zu einem Gespräch in die Fraktionen ein. Wilfried Völter berichtet, dass es bereits 2015 Gespräche gegeben habe, zeigte sich aber offen für einen erneuten Austausch.
Nun soll möglichst in der nächsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am 30. November auch die Variante der IGBL mit auf den Tisch kommen, die Interessenvertreter mit in die Diskussion eingebunden werden und ein Vertreter der VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein) die Vor- und Nachteile der Varianten erläutern.

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