3. März 2021
Glinder Zeitung

Unternehmer fordern Öffnungen

Offener Brief an Ministerpräsident zeugt von Frust und Existenzangst

Die Vorsitzenden der Gewerbevereine im Kreis Stormarn Uwe Bölt (Glinde), Wolfgang Sarau (Bargteheide), Jürgen Rabeneck (Reinfeld), Nicole Brandstetter (Bad Oldesloe) und Armin Adib-Moghaddam (Reinfeld) fordern Ladenöffnungen (v.l.n.r.) Foto: PT

Die Vorsitzenden der Gewerbevereine im Kreis Stormarn Uwe Bölt (Glinde), Wolfgang Sarau (Bargteheide), Jürgen Rabeneck (Reinfeld), Nicole Brandstetter (Bad Oldesloe) und Armin Adib-Moghaddam (Reinfeld) fordern Ladenöffnungen (v.l.n.r.) Foto: PT

STORMARN Mit einem Offenen Brief appellieren die Vorsitzenden der Gewerbevereine im Kreis Stormarn eindringlich an Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Bernd Klaus Bucholz, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus.

Die Landesregierung hatte bereits schriftlich auf einen Brief der Unternehmer reagiert. Das Antwortschreiben war den Absendern aber zu allgemein ausgefallen. Nun konkretisieren die Verfasser stellvertretend für alle Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen im Kreis Stormarn ihre Existenzsorgen unter dem Credo „Aufmachen! Jetzt!“ in einem weiteren Offenen Brief. Darin fordern sie explizit die Öffnung aller Geschäfte ab dem 8. März.

„Uns steht das Wasser bis zum Hals“, heißt es in dem Schreiben. Man habe zwar Verständnis dafür, dass der Gesundheitsschutz oberste Priorität habe. Dennoch sei die Öffnung für den Handel und die Gastronomie existenziell. „Dabei geht es nicht nur um die Existenzen der Gewerbetreibenden, sondern auch um die der Angestellten. In vielen Geschäften ist der Umsatz von heute auf Morgen auf null gefallen. Das kann man nicht mehr aufholen. Schon jetzt müssen immer mehr Läden und Gastronomiebetriebe wegen der Corona-Krise schließen“, so die Verfasser des Briefes. Die Ungewissheit, wie lange der derzeitige Lockdown und die damit verbundenen Geschäftsschließungen noch anhalten wird, liegt den Gewerbetreibenden schwer im Magen.

„Die andauernden Geschäftsschließungen ohne absehbares Ende sowie die schleppenden Auszahlungen der Finanzhilfen sorgen bei den Händlern nachhaltig für Frustration. Zusätzlich denken alteingesessene Ladeninhaber bereits über eine frühere Betriebsaufgabe nach als ursprünglich geplant“, heißt es weiter. Die Verfasser werden sogar noch deutlicher und finden eine drastische Formulierung. So bedeute „das Sterben des Handels und der Gastronomie nicht nur den Tod für die Innenstädte, sondern auch den Verlust von Heimat und Identität für viele Bürger“. Die Unternehmer fordern mit Blick auf das nahende Ostergeschäft eine klare Öffnungsstrategie von der Landesregierung. Nicht einleuchtend sei, warum zwar der Lebensmitteleinzelhandel, jedoch nicht der übrige Einzelhandel öffnen dürfe, zumal es tragfähige Hygienekonzepte gäbe. Angebote wie „Click & Collect“ oder „Click & Meet“ seien keine geeigneten Alternativen.

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