24. November 2021
Glinder Zeitung

Theaterfreunde sind enttäuscht

Weihnachtsmärchen fällt erneut der Pandemie zum Opfer

Schneewittchen, der Prinz, der Jäger und die Zwerge probten emsig, um den Allerkleinsten in Glinde ein bezauberndes Weihnachtsmärchen präsentieren zu können – nun ist alles abgesagt Foto: Schult

Schneewittchen, der Prinz, der Jäger und die Zwerge probten emsig, um den Allerkleinsten in Glinde ein bezauberndes Weihnachtsmärchen präsentieren zu können – nun ist alles abgesagt Foto: Schult

GLINDE Für viele Glinder ist das Theoter ut de Möhl ein Verein, mit dem sie erfreuliche Erlebnisse verbinden. Denn dem Verein ist es regelmäßig gelungen, seine Zuschauer bestens zu unterhalten. Was Viele hingegen nicht wissen: Hinter den Kulissen des Theatervereins ging es in den vergangenen Jahren wenig unterhaltsam zu.

Die Aktiven mussten immer neue Hindernisse überwinden und die Schwierigkeiten sind noch nicht vorüber. Die Brandschutzsanierung im Bürgerhaus und die Corona-Pandemie ließen viele Pläne platzen. Dennoch wurde zunächst wieder geprobt, wurden Bühnenbilder und Kostüme vorbereitet. Denn für die Kleinen in Glinder Kindertagesstätten und Grundschulen sollte es ein Fest mit Weihnachtsmärchen geben. Schneewittchen und die sieben Zwerge sollten die Kinder verzaubern und in Vorweihnachtsstimmung versetzen. Das Märchen hatte bereits im Vorjahr auf dem Spielplan gestanden, musste dann jedoch kurzfristig abgesagt werden, Die Pandemie machte alle Pläne zunichte. So ist es nun auch in diesem Jahr, erneut sind die Vorstellungen kurzfristig wegen der stetig steigenden Infektionszahlen abgesagt worden. Da die Kinder nicht geimpft sind, hatte bereits der erste Kindergarten abgesagt, der Theaterverein zog die Notbremse. „Wir sind alle sehr traurig, dass wir diese Entscheidung treffen müssen“, so der Vorstand des Theatervereins. Wie weitergeht, weiß der Vorsitzende Wolfgang Pohlmann noch nicht. Das liegt nicht nur an der Pandemie. „Ich bekomme keine Planungssicherheit“, sagt er. „Ich erfahre von der Stadt nicht, wann ich den Festsaal in 2022 nutzen kann.“ Da die Brandschutzsanierung noch immer nicht abgeschlossen ist, bleibt unsicher, wann Bühne und Saal zum Beispiel für die Erneuerung der Decke gesperrt werden. Auch die Räume des Vereins im Keller des Hauses waren wiederholt betroffen zum Beispiel als dort Kabel für die Brandmeldeanlage verlegt wurden.

Den Verein retten

Ein neues Stück müsse rund ein Jahr lang vorbereitet werden, so Pohlmann. Daher kann er nicht absehen, wann es wieder Theoter ut de Möhl für die Erwachsenen geben wird. Eine frustrierende Situation für die Theatermacher, die hoffen, dass sie nicht zu den Amateurtheatern gehören, die aufgeben müssen, weil sie keine Aktiven mehr finden. „Ich versuche den Verein zu retten“, verspricht Pohlmann. Noch ist der Elan nicht verraucht. „Wir wollen, wir warten auf den Startschuss“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Etwas mehr Unterstützung für das Ehrenamt wäre hilfreich“, stellt er allerdings auch fest. Da erneut die Einnahmen aus den Vorstellungen für das Weihnachtsmärchen entfallen, wird es für den Verein, der stolz darauf ist, bisher ohne Zuschüsse ausgekommen zu sein, auch finanziell eng.

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