6. April 2022
Stormarn

Katja Dominik lebt für den Tanz

Sie begeistert sich für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Katja Dominik ist leidenschaftliche Tänzerin
Foto: Elisabeth von Schöning

STORMARN   Es gibt sie, diese Menschen, die in ihrem Leben Besonderes geleistet haben, die ungewöhnliche Hobbies oder Berufe haben. Auch in unserer Region. Wir stellen diese Menschen ab sofort in lockerer Reihenfolge in unserer neuen Serie „Stormarn privat“ vor – und wir beginnen mit einer außergewöhnlichen Frau.

Dr. Katja Dominik (53) hat sich den Traum aller Leseratten verwirklicht: Ein riesiges Bücherregal über zwei Stockwerke des offenen Wohnbereichs verrät, was die promovierte Wissenschaftlerin in ihrer Freizeit besonders gern tut. Ihr Leben hat allerdings etwas ganz anderes geprägt: Mit zwölf Jahren entdeckte die begabte Kunstturnerin ihre Leidenschaft fürs Tanzen. Zwar studierte sie an der Technischen Universität Braunschweig Biologie mit Schwerpunkt Mikrobiologie und arbeitete später in diesem Bereich.

Große Leidenschaft

Doch das Tanzen ließ sie nicht los, sie machte eine Tanzausbildung an der Erika-Klütz-Schule und seit ihrem Abschluss vor 22 Jahren unterrichtet sie unter anderem Ballett, Modern und Kindertanz in Geesthacht. Die Corona-Pandemie hat die Arbeit der 53-Jährigen extrem beeinträchtigt: „Meine Tanz-AG ist gerade eingebrochen“, sagt sie. „Wie an allen Ballettschulen sind hier auch Schüler abhandengekommen.“ Die Arbeit in ihren AGs musste sie auf Online umstellen, dann eine Zeitlang Hybrid unterrichten. „Das war eine ganz andere Welt, das Unterrichten ist so viel anstrengender.“ In Wentorf lebt und engagiert sich das Ehepaar Dominik seit über zwanzig Jahren. Die beiden Jungs besuchten den evangelischen Kindergarten, dann die Grundschule und später das Gymnasium. „Wir haben den Kita-Förderverein mitinitiiert.“

Katja Dominik hat das Burgberg-Puppentheater mitgegründet, leitet die tänzerische Früherziehung in der Kita und eine AG an der Grundschule. Zur Aufführung des Musicals „Der kleine Tag“ brachte sie 533 Grundschüler auf der Bühne zum Tanzen, Singen und Spielen. Am Gymnasium leitet sie seit sieben Jahren die Tanz-AG, die Aufführungen allerdings organisiert sie weiterhin ehrenamtlich. Während der Pandemie-Zeit hat sie Filme gedreht und zur Einschulung vorgeführt. „Ich bin gern kreativ, mit Kindern an einem Stück zu arbeiten und ein Thema in Tanz umzusetzen und zu sehen, wie die Kinder aufblühen – das ist das, was ich immer machen wollte.“ Für die Solo-Selbstständige hat sich vor drei Jahren ein neues Berufsfeld aufgetan, seither unterrichtet sie zusätzlich an der Erika-Klütz-Schule in Hamburg funktionelle Anatomie für Tänzer und Tanzpädagogen.

Eine Ära geht zu Ende

Die Arbeit am Gymnasium will sie auch nach dem Abitur ihres Sohnes in diesem Sommer fortsetzen. Nach zwölf Jahren endet dann allerdings ihr ehrenamtlicher Einsatz für den Verein Schulsponsoring Gymnasium Wentorf. 2014 hatte der Verein 236 Mitglieder, jetzt sind es fast 500. „Wir haben da ganz viel bewegt“, sagt sie mit Blick auf ihre Mitstreiter und die vielfältige finanzielle Unterstützung für Anschaffungen an der Schule. Im Sommer beendet das Ehepaar auch seinen Einsatz im Schulelternbeirat – übrigens eine Familientradition: „Schon mein Vater war Schulelternbeiratsvorsitzender. Ich hoffe, dass sich auch meine Kinder einmal ehrenamtlich engagieren.“

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