19. Mai 2021
Stapelfeld

Neubau kann starten

Energy from Waste investiert 150 Millionen Euro

Bau

Das Baugelände, auf dem eine Müll- und eine Klärschlamm-Verbrennungsanlage entstehen, aus der Vogelperspektive Foto: EEW

STAPELFELD Der seit langem geplante Neubau der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld kann beginnen: Das zuständige Kieler Landesamt hat die sofortige Vollziehung angeordnet.

Bereits vor einem Jahr sollte es mit dem Bau der neuen Müllverbrennungsanlage (MVA) sowie einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage (KVA) losgehen. Das Bauvorhaben liegt pandemiebedingt sowie aufgrund notwendig gewordener Ergänzungen der Antragsunterlagen hinter dem Zeitplan. Mit der jetzt vorliegenden behördlichen Zulassung des vorzeitigen Beginns können wichtige Gründungsarbeiten beginnen.

„Wir haben für die beschleunigte Umsetzung unseres Vorhabens die Zulassung zum vorzeitigen Beginn für die ersten Gründungsarbeiten erhalten“, sagt Morten Holpert, Technischer Geschäftsführer des Unternehmens Energy from Waste (EEW) Stapelfeld. Gleichzeitig habe die Behörde die sofortige Vollziehung angeordnet.

Im Zentrum der Maßnahmen stünden die Pfahlgründungen auf dem Grundstück.
Dafür wurden bereits zwei Spezialbohrgeräte auf dem Baufeld aufgebaut. „Die circa 20 Meter tiefen Bohrlöcher benötigen wir für die Gründungspfähle, die später das Fundament der Anlagen tragen“, erklärt EEW-Projektleiter Dr. Jens Meinhold. Auch die Baugrube kann bereits ausgehoben werden. Einen vorzeitigen Start kann eine Genehmigungsbehörde zulassen, wenn eine Ertei-lung in der Hauptsache zu prognostizieren ist und ein öffentliches Interesse oder ein berechtigtes Interesse des Antragstellers vorliegt.

Ursprünglich waren 150 Millionen Euro als Investitionssumme geplant. Auf-grund der Verzögerung dürfte dieser Betrag über-schritten werden. Zurzeit sind 40 bis 50 Arbeiter auf der Baustelle aktiv, in Spitzenzeiten werden bis zu 400 Menschen auf dem Areal arbeiten. Mit einem Tag Verzögerung kann voraussichtlich ab Juli unter www.energie-zukunft-stapelfeld.de täglich der Baufortschritt im Internet verfolgt werden.

Mit der neuen Anlage soll auch der 2019 in Kraft ge-tretenen Klärschlammver-ordnung Rechnung getragen werden. Die Phosphatrückgewinnung für große Anlagen ist in dem Jahr ver-pflichtend geworden. Rund 90 Prozent Phosphor können mit der Anlage zurück gewonnen werden. Die geplante Kapazität der Anlage für Klärschlamm umfasst 32.500t Trockensubstanz pro Jahr.

Wärme aus Abfall

Die EEW Stapelfeld gehört zur EEW Energy from Waste-Gruppe und ist laut eigener Aussage führend bei der thermischen Abfall- und Klärschlammverwertung. Die Anlage wandelt die in Abfällen enthaltene Energie und stellt diese als Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete sowie umweltschonenden Strom zur Verfügung. Bis zu 350.000 Tonnen Restmüll werden jährlich in Stapelfeld verwertet werden können. Um die 570.000 Megawattstunden (MWh) Fernwärme könnten produziert, 225.000 (MWh) umweltfreundlicher Strom geliefert werden, was über die Nachfrage Stapelfelds hinausgeht.

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